„Voteman vi har brug for dig!“  (Voteman wir brauchen dich!). Diese Aussage stammt aus einem Wahlwerbespot, der vom dänischen Parlament anlässlich der Europawahl 2014 veröffentlicht wurde. Humor, Sex und Gewalt sollen ein jüngeres Publikum in die Wahlkabinen locken, sorgen aber auch für Unverständnis. Deshalb wurde das Video offiziell wieder zurückgezogen.

Der „Voteman“, den das Video vorstellt, hat sich der Aufgabe verschrieben so viele Nichtwähler wie möglich zu jagen und sie dazu zu bringen ihre Stimmzettel abzugeben. Aber ist das überhaupt notwendig? Mit 56 Prozent liegt Dänemark noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 43,9 Prozent. Bei der diesjährigen Europawahl nimmt das Land der Gemütlichkeit nicht nur wegen umstrittener Wahlwerbespots eine Sonderrolle ein. Es ist neben Frankreich und Großbritannien ein EU-Mitglied, in dem die EU-kritische, rechtspopulistische Fraktion die meisten Stimmen bekommen hat.

Es sieht ohnehin auf der Europakarte, was die Wahlergebnisse angeht, etwas  bunter aus als 2009. Während bei der letzten Wahl vor allem die christdemokratische Europäische Volkspartei (EVP) die Oberhand hatte, konnten sich dieses Jahr die Sozialdemokraten und die Liberalen in mehreren Ländern durchsetzen. Die EVP musste in Bezug auf die Sitzverteilung Verluste hinnehmen. Die Europakritiker können trotz der Wahlerfolge in Dänemark und Frankreich nur wenig feiern.

Die EU ist alles andere als fern und bringt viele Vorteile. Zum Beispiel die Verträge der ERASMUS Initiative.

von Vincent Roth

©Screenshot „Voteman“