Rezension

Was in Deutschland selbstverständlich scheint, ist in anderen Ländern ein Segen: Die Möglichkeit eine Schule besuchen zu können. Regisseur und Kameramann Pascal Plisson  hat für seine Dokumentation „Auf dem Weg zur Schule“ vier Kinder aus Kenia, Marokko, Indien und Argentinien auf ihrem Weg zur Schule begleitet und zeigt damit, wie wertvoll für Schulkinder aus entfernten Regionen die Bildung ist und was sie für einen schwierigen und gefährlichen Weg auf sich nehmen, um rechtzeitig in die Schule zu kommen: Jackson, ein elf Jahre alter Junge, aus Kenia hat täglich einen zweistündigen Marsch vor sich, immer mit der Angst, von wilden Elefanten angegriffen zu werden. Seiner kleinen Schwester erklärt er, wie man die Anzeichen einer bedrohlichen Herde erkennen kann. Für die zwölfjährige Zahira ist der Schulweg sogar ganze 22 km lang. Einmal die Woche ist sie mit ihren beiden Freundinnen vier Stunden im marokkanischen Atlasgebirge unterwegs, um ihr Recht auf Bildung wahrnehmen zu können. Besonders hart hat es Samuel aus Indien getroffen. Der 13-jährige sitzt seit einer Kinderlähmung im Rollstuhl. Täglich wird er eine Stunde von seinen beiden Brüdern über Steinhügel und Bäche zur Schule geschoben. Ähnlich geht es dem elfjährigen Carlito aus Argentinien. Er und seine kleine Schwester kommen nur mit einem Pferd zur Schule und müssen rutschige Felswege passieren. Alle vier Protagonisten haben Berufswünsche für die Zukunft, weshalb sie den langen Weg zur Schule auf sich nehmen. So möchten Zahira und Samuel später gerne als Ärzte anderen Menschen helfen, während Jackson davon träumt, eines Tages Pilot werden zu können.

Die wenigen Dialoge in der Dokumentation wirken ein wenig aufgesetzt, was vor allem an der deutschen Synchronisation liegt. Untertitel wären hier vielleicht sinnvoller, da so die Authentizität erhalten bliebe. Regisseur Plisson inszeniert ansonsten jedoch nur selten, was den Film glaubwürdig macht. Besonders beeindruckend sind die Landschaftsaufnahmen, die von einfühlsamer, klassischer Musik begleitet werden.

Plisson hat ein beeindruckendes Werk geschaffen, welches rührend ist. Die Dokumentation erinnert den Zuschauer daran, dass auch der Weg selbst ein Ziel sein kann.

von Maria Moll

Bild: ©senator home entertainement