„Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst.“ Dieses Zitat von Eric Schmidt aus dem Jahre 2010 müsste normalerweise jeden freiheitsliebenden Menschen aufmerksam werden lassen. Doch eine Generation, die aus lethargischen Internetnutzern besteht, rüttelt auch ein ehrlicher Satz des Vorstandsvorsitzenden von Google nicht wach, weshalb der Suchmaschinen-Marktanteil in Deutschland weiterhin bei über 90 Prozent liegt.

Und der Google-Konzern besteht nicht nur aus einer Suchmaschine. Neben Youtube, Chrome, Gmail und Android gehört seit einiger Zeit auch das Unternehmen „Nest“ dazu, sodass alle Suchwörter, E-Mails oder wann man vermutlich seinen Wäschetag hat, von Google erfasst werden. Die Vernetzung der gespeicherten Daten ist natürlich immer nur zum Besten der Benutzer gedacht, denn der hat es gern so bequem wie möglich. Dass er als Preis seine persönlichen Daten zahlt, interessiert ihn häufig nicht. Aber nicht nur private Konzerne sondern auch Geheimdienste haben keine Probleme, Daten zu sammeln, indem sie vollständige Telefongespräche eines gesamten Landes aufzeichnen, E-Mails abfangen und Menschen, die die Aufklärungsseite wikileaks.org besucht haben, durch das Internet verfolgen. Das, was sich die Stasi nur erträumen konnte, haben sich Geheimdienste erfüllt: gläserne Bürger in einem goldenen Käfig. Das passiert natürlich alles nur zum Schutz der Bürger – denn Terroristen lauern schließlich hinter jeder Ecke. Bleibt bloß die Frage, weshalb Angela Merkel zu den Abgehörten zählt?

von Sabrina v. Oehsen

Foto: Lisa Klauke-Kerstan