Rezension

Nach dem großen Erfolg seines Kollabo-Projektes „Jung, Brutal, Gutaussehend“ mit Rapper Farid Bang, ist Kollegah  mit seinem vierten Soloalbum „King“ zurück an die Spitze der Charts. Neben Farid Bang, sind unter anderem auch Casper, Favorite sowie The Game mit von der Partie. Kollegah verzichtet dieses Mal völlig auf Intro, Skits und Outro. Stattdessen ist die CD voll gepackt mit 20 Songs, die mit Kollegahs typischer Arroganz und Überheblichkeit daher kommen. Bereits mit der gleichnamigen ersten Singleauskopplung „King“ macht Kollegah deutlich, dass er sich die Deutschrap-Krone aufsetzen möchte, wenn er Zeilen wie „heute bin ich King und jeder redet  mir unterwürfig “rappt“. Weitere Tracks wie „Alpha“, „R.I.P.“ oder „Karate“ sind ähnlich provozierend.

Tiefgründige Texte sucht man auf  der CD vergebens. Lediglich in „Morgengrauen“ zeigt Kollegah, dass er auch eine verletzliche, nachdenkliche Seite hat. Dort fragt er sich: „Warum seh’n wir Glück als Selbstverständlichkeit? Vergessen, dass die Welt vergänglich bleibt, warum? Warum wenden wir uns Gott nur zu bei Unheil und Verzweiflung, statt zu danken für Gesundheit oder Reichtum, warum?“ Kollegahs  wortgewandten Reimkonstruktionen sind einmalig, seine Technik und das Raptempo sind trotz aller anderer Kritik bewundernswert.

von Maria Moll

Bild: ©Universal music