Möglichkeiten einer Bildungsinsel

Liebe Erstsemester, ihr denkt doch nicht, dass nach der Wohnungssuche alles vorbei ist? Sehr vorbildlich übrigens, gleich mit Campingwagen oder Zelt anzureisen. Macht‘s Euch bequem. Auch im Hörsaal auf dem Fußboden, im Seminarraum auf den Tischen, in der Mensa auf der Treppe zum Speisesaal. Habt Verständnis, dass die Vorlesung zehn Minuten später losgeht, weil sich der Professor erst durch die Fußbodenbesetzer und deren Anhängsel kämpfen muss.

Die Landespolitiker  haben euer Leiden erkannt: Wenn jetzt nochmal 1.300 Studenten mehr anfangen, reicht‘s endgültig. Dann platzt die Uni aus den Nähten, dann kann keiner mehr vernünftig studieren. Dann ist nicht nur das Geld alle, sondern  sind auch die Nerven am Ende. Also weg mit überflüssigen Fächern und her mit effizienten Einheiten, die Energie entfalten. Masse hat an dieser Uni nichts zu suchen.

Doch das Atom Uni sträubt sich gegen seine Spaltung, will nicht in elementare Teilchen zerfallen. Stattdessen eine hochenergetische Verbindung hier, eine starke Abstoßreaktion dort. Und alles hält zusammen. Noch.

von Ulrich Kötter

 

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