Rezension

Eine fröhliche Synthesizermelodie umspielt die stetig pulsierenden Schlagzeugbeats. Das Trommelfell zittert, wenn die verzerrten Saiten der E-Gitarre anklingen. Gewohnt trotzige Leichtigkeit haben Bonaparte auf ihrem dritten Studioalbum „Sorry, we are open“ erschaffen.

Die 15 Lieder laden ein, durchs Zimmer zu hüpfen in der Hoffnung, dass die Nachbarn nicht wieder klopfen. „Today I am not doing anything!“ protestiert der Schweizer Frontmann Tobias Jundt in dem Song „Mañana forever“. Andere Songs des Albums verstecken sich thematisch geheimnisvoll hinter Titeln, die in Längen- und Breitengraden angegeben sind, dessen Koordinaten zum Beispiel zu lärmenden Baustellen führen. Egotronicbeats gepaart mit den für die 2006 gegründete Rockband typischen provokanten Songtexten lassen uns augenblicklich in Partystimmung verfallen. Erstmals trauen sich die Musiker auch an ein französischsprachiges Lied. Auf humorvolle Weise werden wir vier Minuten und elf Sekunden mit französischen Worten beschmutzt, die immer wieder von düsteren Gitarrenriffs unterlegt sind. Ja, Bonaparte haben ihre eigene Art ihre Fans zu umgarnen. Nicht zuletzt sind sie bei ihrem Publikum heiß geliebt für ihre explosiven Liveauftritte, die von der Band selbst mit Bühnenschlachten verglichen werden. Empfehlenswert ist dieses Album für alle, die bei lyrisch eher leichter musikalischer Kost ihre Gedanken an den morgigen Tag verdrängen wollen. Oder wie Tobias Jundt es formulieren würde: „Just park your worries.“

von Friederike Haiser

Foto: ©Warner Music International