Rezension

Juchu, ein Spieletest! Genau das Richtige für brettspielbegeisterte Redakteure! Nachdem mit Stein-Schere-Papier geklärt wurde, wer die Rezension schreiben darf, trage ich voller Vofreude die Box nach Hause. „Kingdom Builder“ ist Spiel des Jahres 2012, sollte also für einige Abende Kurzweil sorgen.

Nach dem Auspacken geht es ans Studium der Spielanleitung, das sich recht einfach gestaltet. Für alle Lesefaulen gibt es auf der Vorderseite der Verpackung auch einen QR-Code, der nach dem Einscannen eine Webseite mit zwei Videos zum Spiel aufruft: einen Trailer und eine Spielanleitung. Die Spielregeln sind einfach gehalten und leicht verständlich, sie wirken wie eine Mischung aus „Die Siedler von Catan“ und „Carcassonne“.

Vier Spielfelder werden zufällig zum Spielplan zusammengelegt. Beginnend mit dem ältesten Spieler werden Siedlungen auf Landschaftsfelder gesetzt, entsprechend der Karten, die man zieht. Allerdings kann man nicht bauen, wo man will, sondern muss, wenn möglich, Felder bebauen, die an bestehende eigene Siedlungen angrenzen. Diese starke Restriktion nimmt dem Spiel eine Menge der eigentlich vorhandenen Entfaltungsmöglichkeiten. Zwar erlauben einige „Zusatzzüge“ das Versetzen eigener Siedlungen, aber wirkliche Freiheit kommt nicht auf. Bei der Anordnung der Siedlungen richtet man sich nach drei Bewertungsregeln, die vor Spielbeginn gezogen wurden. Leider sind diese Regeln nicht konträr genug, um wirkliche Entscheidungen zu fordern.

Wer Fan von Siedler und Carcassonne ist, wird sich bei Kingdom Builder schnell zurechtfinden – und langweilen. Neue Ideen oder Herausforderungen gibt es nicht, ebenso keinen vernünftigen Konkurrenzkampf. Es wird eher nebeneinander hergespielt als gegen- oder miteinander. Das Auszählen der Punkte am Ende ist nicht wirklich spannend, zu leicht sind die Regeln durchschaubar. Letzten Endes kommt es bei Kingdom Builder kaum auf Glück an, sondern viel mehr auf ein bisschen Logik und Kopfrechnen.

von Erik Lohmann