André Hacker

André Hacker kennt jede(r), der mal „Bauch-Beine-Po“ gemacht hat. Er leitet über 30 Hochschulsportkurse in zwölf unterschiedlichen Sportarten und engagiert sich seit 2005 für den Hochschulsport als Übungsleiter. Heute hat der ausgebildete Physiotherapeut allerdings keine Sportsachen an und beantwortet moritz ein Paar Fragen über seinen Beruf, das Leben außerhalb der Sporthalle und gesunde Ernährung.

Hast du mal studiert?
Ja, anfänglich Zahnmedizin, habe dann aber zur Medizin gewechselt. Da mich das Thema Sport schon immer in den Bann zog, habe ich damals schon einige Sportkurse geleitet. Für ca. ein Jahr bin ich dann aus beruflichen Gründen nach Hamburg gegangen, aber es zog mich dann doch wieder nach Greifswald.
Wie bist du zum „Vollzeit-Sportguru“ geworden?
Die Sportwissenschaften haben 2008 zugemacht und dadurch entstand ein enormer Mangel an Übungsleitern. Ich wurde damals gefragt, ob ich Kurse übernehme und jetzt bin ich sozusagen „Vollzeit-Übungsleiter“ was mir sehr viel Spaß macht.

Du machst ja viele typische Frauen-Sportkurse, wie kommt es?
Die angebotenen Kurse des Hochschulsports sind für jedermann. Viele männliche Sportbegeisterte wollen diese Sportarten aber nicht machen, weil von vornherein ein Frauenüberschuss in diesen Kursen vorherrscht. Aber wenn sie diese mal probieren würden, dann würden sie feststellen, dass es genau so anstrengend ist wie beispielsweise Muscle Power. Dieser Kurs spricht eher männliche Teilnehmer an.

Wie ist denn das Verhältnis zu deinen Kollegen?
Sehr gut, ohne gute Organisation kann auch ein Übungsleiter keine guten Kurse machen. Ich arbeite sehr eng mit Magnus Aurell und Roswitha Apler zusammen, die beiden kümmern sich um so ziemlich alles, was den Hochschulsport anbelangt, wie zum Beispiel neue Sportarten in das Programm aufzunehmen, die Organisation der Kursräume und die Anmeldung der Austauschstudenten.

Was sind denn die angesagten Sportarten gerade?
Neben den Klassikern wie Bauch-Beine-Po und Bodyforming sind die Fit-Boxing-Kurse sehr gefragt und natürlich die Tanzkurse, wobei tanzen nicht so mein Ding ist (lacht). Die Teilnehmerplätze sind hier meist schon nach wenigen Minuten vergeben.

Achtest du als Fitnesstrainer auch auf gesunde Ernährung?
Natürlich weiß ich wie eine gesunde Ernährung funktioniert, sich aber stets und ständig daran zu halten stellt sich eher schwierig dar. Zudem lassen meine Arbeitszeiten dies nicht immer zu, sodass ich dann schon des Öfteren um 22 Uhr beim Döner- Mann bin. Zwischen den Kursen versuche ich Obst zu essen. Doch wenn meine Freundin mal Süßigkeiten kauft, dann sind es schnell meine. Dann esse ich auch mal eine Tafel Schokolade am Stück.

Dein Markenzeichen ist, dass du die Menge duzt. Wie kommt das?
Das ist beim Sport so üblich. Jüngere duze ich eigentlich sofort und bei Älteren warte ich bis es mir angeboten wird. „Du“ fördert das Miteinander und  die Gruppendynamik.

Wie suchst du deine Musik aus?
Viele denken, dass mit der Musikauswahl ist ein Leichtes, dabei hängt ziemlich viel davon ab. Es gibt zahlreiche Sportmusikanbieter im Internet, die man durchsuchen muss, um das Richtige zu finden. Ich bekomme aber auch noch Musik aus der Hamburger Clubszene von meinem Bruder.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Mein Traum wäre eine eigene Sportphysiotherapie-Praxis. Die Hochschulkurse möchte ich trotzdem weiterführen. Jedenfalls solange meine physischen Voraussetzungen dafür gegeben sind (lacht). Ende November oder Anfang Dezember findet  unsere erste Fitnessnacht statt, ein Projekt des Hochschulsports. In dieser Nacht wollen wir verschiedene, aufeinanderfolgende Kurse anbieten. Das Ganze ist zudem eine Benefizaktion, das heißt jeder Teilnehmer bestimmt seine „Kursgebühr“ selbst. Dieses Geld geht dann an eine gemeinnützige Organisation.

Hast du Familie?
Ja, meine Freundin und ich haben eine 16 Monate alte Tochter. Sie macht auch schon jeden Morgen Sport, natürlich nach Musik (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führten Anne Sammler und Anastasia Statsenko.

Foto: Anastasia Statsenko