Rezension

Die allseits bekannten Melodien wie „Dance With Somebody“ und „Bring‘Em In“ haben Mando Diao weit an die Spitze Europas meistgespielter Radiosongs, in unsere Ohren und unsere Herzen gebracht. Der Staffel eingängiger Alben folgt nun ein ganz besonderer Schatz für wahre Liebhaber: Für alle Freunde von Literatur und jene, die des Schwedischen mächtig sind oder sich damit auseinandersetzen mögen, präsentiert sich hier nun ein sehr einfühlsam komponiertes Album.

Es ist ein großer, gewagter Schritt, in der eigenen Muttersprache alte Gedichte zu vertonen. „Es war uns immer eine Herzensangelegenheit“, verrät Björn Dixgard, einer der beiden Frontmänner und kreativen Köpfe der Band. Zum 100. Todestag des Poeten Gustaf Fröding erscheint nun eine musikalische Interpretation der Schönheit und Ehrlichkeit seiner Werke, die immer auch durch seinen qualvollen, exzentrischen und sorgenschweren Lebensstil geprägt wurden.

Dem Anspruch, dem die Stücke gerecht werden sollen geschuldet, wird man nicht auf markante, einprägsame Melodien treffen, wie man es sonst gewohnt ist. In dem schwedischen Dorf Daldafloda fand die Band ihr „kreatives Biotop“, sie komponierte dort in einer alten Scheune, knüpfte enge Kontakte zu den Nachbarn und wurde Teil der kleinen Gemeinschaft. Diese persönliche Nähe begleitet jedes Lied.

von Madeleine Baumgart

Foto: © Vertigo Berlin