An der Philosophischen Fakultät wird ein integrativer Master entwickelt: Kultur-Interkulturalität-Literatur mit einem Schwerpunkt in Anglistik/Amerikanistik, Germanistik, Skandinavistik oder Slawistik. Professor Joachim Schiedermair vom Institut der Skandinavistik arbeitet den Master mit aus.

Wie kam die Idee auf, einen neuen Master zu entwickeln?
Die Idee kam deshalb auf, weil wir – die philologischen Fächer der Philosophischen Fakultät – qualitativ sehr hochwertige Masterstudiengänge in den Bereichen Slawistik, Skandinavistik und Germanistik anbieten, sie aber nicht so angenommen werden, wie wir uns das wünschen. Wir wollten ein Angebot schaffen, das mehr Studierende nach Greifswald locken kann. Dazu brauchen wir ein Programm, in dem die philologischen Grundfächer in ihrer etablierten Struktur erhalten bleiben, das aber auch noch ein Plus bietet, das an anderen Universitäten nicht vorhanden ist. Deshalb haben wir zwei Komponenten neben der jeweiligen philologischen Säule eingebaut: Zum einen eine Kulturtheorie-Säule. In Gesprächen mit Studierenden haben wir gemerkt, dass diese zu Masterprogrammen abwandern, die Kultur- oder Literaturtheorie beinhalten. Zum anderen eine Interkulturalitäts-Säule. Diese wird vom Fachbereich Deutsch als Fremdsprache (DAF) bestückt, weil wir den Praxisaspekt steigern wollten. Damit bieten wir ein Starterpaket DAF, das die Absolventen befähigt, in verschiedenen Bereichen von Deutsch als Fremdsprache eigenverantwortlich zu arbeiten. Die Idee, DAF mit aufzunehmen, hatte noch einen weiteren Grund: Wir haben beobachtet, dass in Berlin das Masterprogramm DAF unglaublich stark nachgefragt ist. Es bewerben sich 200 junge Leute, aber es werden jährlich nur 20 für das Studium angenommen. Die Idee war, dass man von den 180 Leuten, die nicht angenommen werden, vielleicht 20 bis 30 nach Greifswald locken könnte.

Wer arbeitet an der Erstellung mit?
Zunächst mal die beteiligten Lehrstühle mit literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt: Für die Anglistik/Amerikanistik Professor Domsch, in der Germanistik sind es die Professorinnen Schumacher, Unzeitig und Siebenpfeifer, in der Skandinavistik bin ich das und in der Slawistik ist das Frau Jekutsch. Außerdem waren der Mittelbau und die Studierendenvertreter der beteiligten Fächer zu allen Arbeitstreffen eingeladen. Alle Mails gingen immer an Vertreter aller Statusgruppen.

Seit wann arbeiten Sie daran?
Die Idee kam vor ungefähr anderthalb Jahren auf. Der Studiendekan Professor Donges war es, der erstmals Leute an den Tisch brachte, die Interesse an einem integrierten Master hatten. Daraufhin haben die damalige Prodekanin, Frau Unzeitig, und ich ein erstes Konzept für die Philologien erarbeitet: Wie verbindet man die vorhandenen Lehrstühle geschickt in einem Masterprogramm miteinander, sodass es gleichzeitig attraktiv für Studierende ist? Wir wollten mit dem Master auch nicht mit anderen norddeutschen Masterprogrammen konkurrieren, sondern eine Nische besetzen. Daraufhin kamen wir sehr schnell auf den dreisäuligen Aufbau. An die konkrete Ausarbeitung habe ich mich gemacht. Ich habe viele Gespräche geführt, da man erstmal bei den beteiligten Lehrstühlen Überzeugungsarbeit leisten musste. Im letzten Semester habe ich, sowohl mit den Beteiligten aus den Fächern als auch mit meinen Mitarbeiterinnen am Lehrstuhl, intensiv an den notwendigen Papieren wie der Prüfungs- und Studienordnung gearbeitet.

von Katrin Haubold

Foto: Katrin Haubold