Die Universität Greifswald geht mit einem bisher unbekannten Karriereportal online. Es werden dort Praktika, Workshops oder Stellenausschreibungen angeboten und soll Studierenden beim Einstieg in die regionale Berufswelt Mecklenburg-Vorpommerns helfen.

Irgendwie hat es sich eingeschlichen, dass Universitäten danach trachten, ihre Studierenden zufrieden zu stellen. Es heißt nicht mehr „friss oder stirb“, sondern immer mehr werden wir wie Kunden behandelt. Überfüllte Seminare? Man bemüht sich um mehr Dozenten. Der Stoff ist zu schwierig? Ach, wird halt der Lehrplan umgestellt. Du findest kein Praktikum? Kein Problem, die Uni hilft dir!

Den letztgenannten Schritt zur Abrundung ihres Dienstleistungspakets hat die Universität Greifswald nun auch getan. Seit dem 10. Januar 2013 findet man unter www.unichance.uni-greifswald.de jetzt zum Beispiel Praktika, Promotions- und Traineestellen. Entwickelt wurde das Karriereportal von der Pressestelle der Universität in Kooperation mit Capufaktur e.V., einem Verein der studentischen Unternehmensberatung. Grundgedanke ist, Studierende dazu zu animieren, sowohl während als auch nach ihrem Studium in der Region zu bleiben und mit ihrem erworbenen Wissen heimische Unternehmen zu bereichern. Die Möglichkeit, Inserate kostenlos einzustellen, soll das Portal zudem auch für kleinere Firmen attraktiver machen. Überregionalen Arbeitgebern steht diese Option ebenfalls offen.

Direkt auf der Startseite ist auch das Herzstück des Karriereportals zu finden: Die Liste mit Stellenangeboten, leicht zu sortieren nach Art der Stelle, Aufgabenbereich und Studienrichtung. Gut, bei den Aufgabenbereichen kann man sich als Naturwissenschaftler etwas gemobbt vorkommen, da man sich hier eigentlich nur den Schuh „Sonstiges“ anziehen kann. Andererseits sind die möglichen Aufgabenbereiche vieler Naturwissenschaften derart divers, dass ihre Einbindung so manchen Nutzer verwirren könnte.

Wenn man sich weiter durchklickt, findet man bei UNIchance Tipps für Praktika, den Start ins Berufsleben und wissenschaftliche Laufbahnen. Böse Zungen mögen nun sagen, dass alles, was auf der neuen Webseite an Tipps zu finden ist, eigentlich Allgemeinwissen sei. Dennoch, gerade für Erstis ist diese Sammlung eine gute Grundlage, die sie sich sonst erst mühsam zusammensuchen müssten. Auch Unternehmen finden eine Liste lokaler und überregionaler Kontakte, die ein Netzwerk von Förderern der Universität Greifswald bilden.

Insgesamt wirkt das Karriereportal sehr aufgeräumt und klar strukturiert. Die Bedienung ist selbsterklärend und auf das Corporate Design der Uni-Webseite wurde zum Glück verzichtet. Die Nutzerfreundlichkeit dankt. Einzig die Kopfzeile, in der großformatige Bilder einige Studierende im Gespräch mit potentiellen Praktikumspartnern oder Arbeitgebern zeigen, wirkt etwas unausgegoren. Die Bildausschnitte sind teilweise einfach.

Dennoch, alles in allem zeigt sich, dass man sich beim neuesten Teil des Dienstleistungspakets der Uni Gedanken gemacht und sie auch umgesetzt hat. Übrigens: Auch der Bereich, in dem Unternehmen ihre Stellenangebote einstellen können, ist sehr übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen, ohne dabei die in den Ausschreibungen enthaltenen Informationen zu sehr zu reduzieren. Mitgedacht wurde übrigens auch in Sachen Aktualität: Die Unternehmen haben die Möglichkeit das Ende des Bewerbungszeitraumes anzugeben, sodass veraltete Ausschreibungen automatisch gelöscht werden können. Einerseits ist die Vielfalt der angebotenen Stellen noch überschaubar, andererseits ist UNIchance auch gerade erst online gegangen und soll auch nur eine Ergänzung zu den üblichen Möglichkeiten, Praktika zu finden, darstellen.

von Erik Lohmann

Foto: Screenshot der UNIchance-Webseite