Rezension

Eine unglaublich bizarre Liebesgeschichte in einer interessanten und lustigen Krimikomödie erwartet den Zuschauer beim Film „Who killed Marilyn?“, mit wunderbarer und situationsbezogener Musik, tollen Bildern und Schnitten. Und das alles ist nicht eine der großen Hollywood-Produktionen, sondern eine kleine aus Frankreich, die es bereits auf einige Filmfeste geschafft hat.

David Rousseau (Jean-Paul Rouve) ist ein Krimiautor und reist wegen des Todes eines Onkels in die französische Provinz. Zum selben Zeitpunkt wird die Leiche der großen Berühmtheit Candice Lecoeur (Sophie Quinton) im Niemandsland verschneit aufgefunden. Sehr passend für Rousseau, denn seine Schreibblockade wird mit der neuen Geschichte überwunden. Die Polizei legt den Fall zu den Akten, da sie ihn als Selbstmord abtut. Doch Rousseau fängt selber an nachzuforschen, weil er nicht daran glaubt – erst nur für seinen Roman, dann mit immer mehr Interesse.

Lecoeur lebte das Leben als Marilyn Monroe – zumindest dachte sie es. Es gibt auch erschreckend viele Parallelen zwischen Lecoeur und Monroe. Eine Wiedergeburt par excellence und eine Liebesgeschichte, die sich zwischen der Toten Lecoeur und Rousseau entwickelt.

Der Regisseur Gérald Hustache-Mathieu hat die ideale Besetzung für den Film gefunden. Die beiden Hauptdarsteller harmonieren zusammen, obwohl sie nur eine gemeinsame Szene haben. Und auch die Nebenrollen passen ideal in den Film. Mit dem Polizisten, der relativ schnell auf Seiten von Rousseau steht, entsteht ein freundschaftliches Verhältnis, denn auch er ist an der Aufklärung des Falls interessiert.

Sehr originell sind die Schnitte in das vergangene Leben von Lecoeur:  Mit Erzählungen von Dritten aus dem Dorf oder ihrer eigenen Stimme, die durch ihre Tagebücher zu Wort kommt, untermalt. Ebenfalls auffällig sind die skurilen Dialoge zwischen Rousseau und der Vermieterin des Hotelzimmers, die regelmäßig für Unterhaltung sorgen.

Die DVD liefert ein halbstündiges Making-of mit, dass sich definitiv lohnt anzusehen. Denn die Interviews mit Regisseur und Schauspielern geben einen tollen Einblick in die Entstehung des wunderbaren Werks. Ein insgesamt fantastischer Film mit guter Unterhaltung und einer rundum schönen Geschichte.

von Johannes Köpcke

Foto: © koch Media GmbH