Rezension

Vier Jungs aus Großbritannien, vier Alben, vier Songs in den deutschen Charts, vier Jahre ist es her seit der Veröffentlichung des letzten Bandwerks… Nun meldet sich Bloc Party endlich mit einer neuen Platte zurück, die – wie könnte es anders sein – den Namen „Four“ trägt.

Passend zur Jahreszeit wird es rau; es wird düster und dreckig und nachdenklich. Einige Songs klingen wie direkt aus dem Probenraum („Team A“, „Real Talk“).  Exzess-Geschichten werden mit ausgelassener Musik unterlegt („Day Four“), die das Kopfchaos perfekt wiederspiegelt. Deftige Bässe stellen sich der Melancholie in den Weg. Und natürlich ist von der Ballade bis zum Gitarrengewitter alles dabei, was sonst noch in so einen grauen Wintertag passt.

Wem der Vorgänger „Intimacy“ zu elektrolastig daher kam, kann die Rückbesinnung zum typischen Bloc Party-Sound genießen. Doch Vorsicht: Es wird heiß gekocht. Kein Aufwärmen alter Erfolgsmelodien steht auf der Playlist, stattdessen gibt es zwölf neue Tracks, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von wilder Raserei bis zur Verwundbarkeit ist alles dabei. Den roten Faden des Albums bildet die Stimme von Frontmann Kele Okereke, die in all ihrer Variabilität doch unverkennbar bleibt. Nach Trennungsgerüchten und einem Soloprojekt Okerekes berufen sich die vier Briten in „Four“ auf die klassische Besetzung einer Rockband – womit man bei der nächsten Auslegung des Albumtitels wäre. Das Manöver „Fortschritt mit Rückblick“ könnte nicht besser gelungen sein!

von Laura Hassinger

Foto: ©Frenchkiss Records