Der neue Busbahnhof steht schon. Doch wann er in Betrieb geht, ist noch offen. Fest steht nur, dass der alte Busbahnhof später in die Wallanlagen integriert werden soll.

Wer in Greifswald mit dem Zug am Hauptbahnhof ankommt, sieht ihn schon: den neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Wann er in Betrieb geht, ist jedoch noch ungewiss. Ein Streitpunkt ist hierbei, dass sich Stadt und Stadtwerke uneinig über die Verkehrssicherungspflicht sind. Die Stadtwerke sehen Baumängel am Neubau. Von der Stadt heißt es hingegen: „Der ZOB ist betriebsbereit“. Die Stadtwerke jedoch erklären: „Alle Beteiligten werden sich zusammensetzen und gemeinsam die weitere Vorgehensweise zur Inbetriebnahme des ZOB festlegen“.

Grünflächen sollen entstehen

Die Eröffnung musste schon mehrmals im letzten Jahr verschoben werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten der neuen Anlage auf etwa 2,66 Millionen Euro. Sie verfügt über acht Bussteige, welche für Busse des Stadt- und Regionalverkehres zur Verfügung stehen werden. Der neue ZOB liegt zudem näher an den Gleisen und verfügt über digitale Anzeigen, auf denen die Fahrgäste ablesen können, wie lange sie noch auf ihren Bus warten müssen.

Doch es gibt nicht nur einen neuen Busbahnhof, sondern das gesamte Bahnhofsumfeld wird erneuert. Interessant ist vor allem, was mit der Fläche des alten Busbahnhofs geschehen werden soll. Auf der Anfang der 1970er Jahre entstandenen Fläche hat das Rad der Zeit schon deutlich genagt. So sind beispielsweise tiefe Rillen in den Busbuchten zu erkennen. Das soll künftig der Vergangenheit angehören, da die Fläche zurück gebaut werden soll. Wie eine grobe Skizze zeigt, soll der Weg vom Bahnhofsvorplatz in einem Rondell münden, von welchem aus sternenförmig zwei Wege zum jetzigen Wall führen sollen.

Auf der übrigen Fläche sollen Grünflächen mit Wiesen und Bäumen entstehen. Beate Schinkel, Leiterin der Stabsstelle Sanierung im Rathaus, spricht von einem „grünen Stadteingang“. Auch soll der Stadtgraben wieder aufgebrochen werden, der momentan durch Rohre unter dem alten Busbahnhof fließt. Mit diesen Maßnahmen wird aber erst frühestens 2014 begonnen werden.

Kiss-And-Rid

Mit den Arbeiten am Bahnhofsvorplatz soll aber schon in diesem Jahr begonnen werden, wobei die Bauzeit auf zwölf Monate geschätzt wird. Der Vorplatz soll nur noch für Taxis befahrbar sein und die Steine werden durch Betonplatten ersetzt. Zum Ausgleich sollen drei sogenannte Kiss-and-Ride-Parkplätze entstehen, an denen kurz zum Ein- und Aussteigen gehalten werden darf, um seiner Liebsten noch einen Abschiedskuss zu geben. Im nördlichen Teil des Vorplatzes würde es einen direkten Fußweg von der Unterführung vor bis zur Bahnhofstraße geben. Dabei würde die Verkehrsinsel auf die Höhe der noch aktuellen Glasscontainer versetzt werden, um den „grünen“ Stadteingang erreichen zu können. Im südlichen Teil des Vorplatzes sollen etwa 160 bis 200 beleuchtete Fahrradstellplätze entstehen, die von mehr als den bereits vorhandenen zwei Bäumen umgeben sein werden.

In diesem Zusammenhang plant die Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG) ein nördlich des neuen ZOB gelegenes bewohntes Haus zu einem Langzeitparkplatz mit mindestens 150 Stellplätzen umzubauen. Die GPG muss das Grundstück aber noch käuflich erwerben.

Wenn alle Maßnahmen am neuen Bahnhofsumfeld in den nächsten Jahren umgesetzt sind, wird sich Greifswald dann von einer schöneren Seite zeigen. Bei einem „grünen Stadteingang“ fühlt sich nicht nur ein Tourist willkommener in der Stadt, sondern auch die Greifswalder Bürger und Studenten kommen gerne zurück, wenn sie in Greifswald mit dem Zug ankommen. Allerdings sind die ganzen Umbaumaßnahmen auch mit hohen Kosten verbunden, die noch nicht genau beziffert werden können.

von David Vössing

Foto: Ulrike Günther