Rektor Rainer Westermann

Nach zehn Jahren ist Schluss: Professor Rainer Westermann, seines Zeichens Noch-Rektor der Universität Greifswald, wird Anfang Februar als Rektor abgelöst. Sowohl moritz als auch webMoritz sprachen mit ihm über Politik, Privates und Partys in den Studentenclubs. Die poltischen Fragen findet ihr auf dem webMoritz. Hier aber könnt ihr unter anderem erfahren, wohin die nächste Reise geht und in welchem Studentenclub er feiern geht.

Sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass die studentische Kultur im Sterben liegt. Wie stehen Sie dazu?
Der Rektor ist immer verantwortlich, besonders wenn irgendetwas schlecht läuft (lacht). Wir haben dem Club 9 im Laufe der Jahre viele verschiedene Alternativen angeboten, die sich alle nicht realisieren ließen, weil sie mit den Vorstellungen der Clubmitglieder nicht kompatibel waren. Der Club hat da ganz feste Vorstellungen, die er realisieren will. Die Verwaltung hat sich dann große Mühe gegeben einen passenden Ort für den Club zu finden. Ich bin der Überzeugung, dass wir noch eine Lösung finden werden. Solche Prozesse ziehen sich hin, das war beim Studententheater genauso. Ich habe auch den Vorschlag gemacht, dass mehrere Studentenclubs eine gemeinsame Räumlichkeit haben könnten. Ein Studentenclub hat in der Regel nur einmal in der Woche Betrieb, und da ist es nicht einzusehen, dass dafür Räumlichkeiten für sieben Tage zur Verfügung gestellt werden.

In den Clubs passiert aber noch mehr als der eine Betriebstag.
Das sagen die Verantwortlichen auch immer, aber ich schaue begierig auf die Internetseiten und finde dann nichts. Was genau da sonst noch so geschieht, haben die Mitglieder nie genau erklärt.

Waren Sie schon einmal in einem der Clubs?
Ich war noch nie in einem der Clubs, aber ich lasse mir berichten.

Fahren Sie mit dem Fahrrad zur Uni?
Das ist ein bisschen schwierig von Stralsund aus.

Wie lange werden Sie noch an dieser Universität forschen und lehren?
Es gibt bei Beamten eine Ruhestandsregelung. Das wird bei mir im Herbst 2015 sein. In der Wissenschaft ist es aber üblich, dass man auch danach weiter forscht und lehrt. So möchte ich das auch halten.

Wie wird denn nun jetzt Ihr Arbeitsalltag aussehen?
Ich werde hoffentlich viel mehr Zeit haben, mich mit den aktuellen Entwicklungen in meiner Wissenschaft zu beschäftigen. Das habe ich gründlich vernachlässigt bzw. musste ich gründlich vernachlässigen in den letzten zehn Jahren. In der ersten Februarwoche werde ich wieder Prüfungen abnehmen. Das habe ich die vergangenen zehn Jahre auch regelmäßig getan.

Wozu werden Sie die freie Zeit privat nutzen?
Wir werden viel häufiger privat verreisen können. Die meisten Reisen, die ich in den letzten zehn Jahren gemacht habe, waren Dienstreisen.

Wohin wird denn die nächste Reise gehen?
Die nächste Reise wird wie immer nach Teneriffa gehen, wo ich mich von meinem letzten Jahr in dieser Amtszeit erholen werde. Das ist inzwischen mein Lieblingsreiseort geworden.

Wo entspannen Sie in Stralsund?
Am liebsten entspanne ich in meinem Sessel mit einer Zeitung in der Hand.

Welche Tipps haben Sie für ihre Nachfolgerin?
Ganz viele, aber die möchte ich nicht öffentlich sagen.

Haben Sie als Rektor noch eine Botschaft an die Studenten der Universität Greifswald?
Die Studierenden der Universität Greifswald sollten ihre Zeit an der Universität gut nutzen, denn das ist eine Zeit, in der man bei allen Sorgen auch viel Freiheit hat, sein Leben zu gestalten. So eine Zeit kommt so schnell nicht wieder.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führten Katrin Haubold und Simon Voigt.

Foto: Johannes Köpcke