Rezension

Der Regisseur Woody Allen ist mit seinem nächsten Film zurück. Wie immer ist der Drehort eine der großen Metropolen. Diesmal geht es in „To Rome with Love“ in die italienische Hauptstadt. Der Film bietet einen Streifzug durch verwinkelte Gassen und viele kleine Kurzgeschichten.

Der Verkehrspolizist hat die Aussicht auf alles, was in der Stadt passiert und kann dadurch natürlich unendlich viele Lebensgeschichten erzählen. Zum einen gibt es den kleinen und gewöhnlichen Angestellten Leopoldo (Roberto Benigni), der wie aus dem Nichts eine große Berühmtheit wird, bis ihm der ganze Trubel am Ende doch zu viel wird. Zum anderen findet in Rom die Geschichte eines frisch verlobten Pärchens statt. Hayley (Alison Pill) hat auf ihrer Reise nach Rom Michelangelo (Flavio Parenti) kennengelernt. Nun kommen ihre Eltern aus den Staaten, um den neuen Schwiegersohn unter die Lupe zu nehmen. Auch der Regisseur selbst übernimmt mal wieder eine Rolle und überzeugt wie eh und je als der etwas zerstreute und abgedrehte Pensionär und Vater von Hayley.

Noch zwei weitere Geschichten erzählt Allen in seinem Film, die ebenfalls typisch skurril und etwas realitätsfremd auf den Zuschauer wirken: Verrückte Liebesgeschichten, wie sie im Buche stehen. Ein Paar, das voneinander getrennt wird und jeder für sich aufregende Stunden erlebt, aber letztendlich doch wieder zusammenfindet. Oder auch das Fremdgehen des Freundes mit der besten Freundin. Es ist quasi alles dabei.
Allen schafft es trotz vieler lustigen Passagen diesmal nicht komplett zu überzeugen. Es ist leider wenig Neues dabei, aber „To Rome with Love“ ist dennoch sehr gut umgesetzt. Von der Kulisse über die gute Musik bis zu der exzellenten Besetzung der Rollen. Als Musiker hat Allen ein Gespür für die passenden Klänge zum richtigen Moment – ganz egal ob Klassik, Jazz oder Pop. Auch die Dialoge sind teilweise wunderbar weltfremd und komisch.

Wer den Film bereits kennt, kann sich bei der DVD auf keine großen Extras freuen. Es warten lediglich Trailer, eine Bildergalerie und ein zusätzlicher Filmtipp. Allerdings werden alle Freunde der Allen-Filme ihre Freude haben. Schließlich ist es von vorne bis hinten ein typischer Woody Allen.

von Johannes Köpcke

Foto: © Universal Studios