Am 14. Februar 2013 trat Johanna Wanka in die Fußstapfen von Annette Schavan als Bundesbildungsministerin. Vor ihrem Amtsantritt hielt sie Studiengebühren für unabdingbar. moritz fragte hochschulpolitisch interessierte Studenten nach ihrer Meinung zur neuen Ministerin.

Milos Rodatos, Präsident des Studierendenparlaments:

„Die neue Bildungsministerin Wanka hat sich bereits sieben Monate vor dem eigentlichen Amtsantritt ins Abseits gestellt, indem sie bundesweite Studiengebühren prophezeite. In der restlichen Amtszeit erwarte ich von ihr, dass sie sich in die Tradition ihrer Amtsvorgängerin stellen wird, das heißt keine sinnvollen Impulse für den Bildungsbereich oder eine zukunftsfähige bundesweite Bildungspolitik, die auf die realen Ansprüche eingeht.“

 

Nicolas Wartenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusse:

„Allgemein sollte man sich nicht der Wahrheit verschließen, dass Wanka eine Interims-Lösung nach dem Rücktritt von Schavan war. Folglich ist abzuwarten, ob und inwieweit von ihr noch Reformen bis zur Bundestagswahl zu erwarten sind. Zwar befürtworten wir den Vorstoß, die Vergabekriterien beim BAföG an die inzwischen bestehende Lebenswirklichkeit von Studierenden anzupassen, da sich diese seit Einführung des BAföG eindeutig gewandelt hat. Allerdings muss man sich bewusst machen, dass hiermit ein Prozess angestoßen wird, welcher nur schwerlich bis zum 22. September 2013 zu einer effektiven Verbesserung führen wird. Entscheidend ist, dass – gleich welche Koalition nach der Wahl die Regierung stellt – besagter Prozess über den September hinaus weitergeführt wird und sich nicht im Sande verläuft.“

Anne Sammler:

„Unsere neue Bildungsministerin enttäuschte schon vor ihrem Amtsantritt mit den Forderungen nach flächendeckenden Studiengebühren und offenen Universitäten. Man sollte meinen, dass eine ehemalige Hochschulrektorin weiß, was Studenten brauchen. Glücklicherweise ist sie nur sechs Monate im Amt und kann somit keinen ihrer Pläne umsetzen. Generell scheint es so, als ob sie in totale Lethargie verfällt und auch den anderen Themen keine Beachtung und vor allem keinen nötigen Enthusiasmus und Elan schenkt, siehe Kooperationsverbot. Vor der Bundestagswahl im September ist da eh nichts mehr zu machen.“

 

Erik von Malottki, Mitglied des Senats:

„Frau Wankas frühere Aussagen und ihre ersten Positionierungen lassen für die Studierenden in Mecklenburg-Vorpommern nichts Gutes erahnen. So hat Frau Wanka als niedersächsische Bildungsministerin gegen die Abschaffung von Studiengebühren gekämpft und prognostizierte die Einführung von bundesweiten Studiengebühren spätestens 2017. In ihren ersten Statements hat sie eine Erhöhung des BAföG und eine Abschaffung des Kooperationsverbotes vor der Budestagswahl ausgeschlossen. Wanka steht nach eigener Aussage in Kontinuität zu ihrer Vorgängerin Schavan. Das spricht dafür, das es weitergeht mit Elitenförderung wie der Exellenzinititative und dem Deutschlandstipendium, anstatt endlich alle Hochschulen und alle Studierenden zu fördern. Es wäre ihr zu wünschen, dass sie die Studierenden nicht vertröstet, sondern noch vor der Wahl eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Hochschulen auf die Agenda setzt.  Ein Gutes hat die Berufung Wankas aber: Ihre Doktorarbeit scheint echt zu sein.“

Foto: AxelHH