Rezension

Jack – der Totengräber in Köln: Ein psychopatischer Möchtegern-Philosoph mit Gott-Komplex bestraft Frauen, indem er sie in Särge sperrt und jämmerlich ersticken lässt. Obwohl er der Polizei stets Hinweise sendet, kann diese nur die Leichen der Frauen bergen. Was aber für diese Frauen furchtbare Realität ist, ist für Eva scheinbar „nur“ ein Albtraum. Sie wird das erste Mal davon heimgesucht, als  ihre Halbschwester, das erste Opfer, tot in einem Sarg im Wald gefunden wird. Seitdem träumt sie immer wieder, selbst in einem Sarg gefangen zu sein und wacht stets mit neuen Verletzungen am Körper auf.

Die durchaus spannende Geschichte mit starkem Krimicharakter wird aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Die Erzählperspektive wechselt dabei in jedem Kapitel, was der Spannung zu Gute kommt.  Trotzdem weist die Umsetzung der recht guten Idee des Autors noch einige Mängel auf. So überlagert das eine oder andere Klischee des Krimi-Genres die Geschichte und insbesondere die Figurenkonzeption. Dem Gruselfaktor nimmt das allerdings nicht allzu viel Gewicht.

Gelesen wird das Spektakel von der Schauspielerin Nicole Engeln. Eine schauspielerische Meisterleistung vollbringt sie hier aber weniger. Zwar ist ihre Stimme angenehm; sie spricht in angemessenem Tempo und sehr deutlich. Auch der Rolle des Psychopathen verleiht sie mit schrill verzerrter Stimme Charakter, der oft gewissermaßen an Gollum erinnert und dem Hörer so manchen Schauer über den Rücken jagt. Doch besonders in den Dialogen entsteht häufig der Eindruck, sie verfehle mit ihrer Betonung die Intention der Charaktere oder der Situation.
Trotz einiger Mängel in der Umsetzung ein hörenswertes und spannendes Hörbuch, das sein Geld durchaus wert ist und einen sein Bett schätzen lässt.

von Anne-Marie Martin

Foto: © Argon Verlag