Rezension

„Für Frauen ist das kein Problem“ – Max Raabes neues Album ist Anfang des Jahres erschienen und enthält gleich mehrere Ohrwürmer, unter anderem den titelgebenden Song als auch „Kleine Lügen“ oder „Am Ende kommt immer der Schluss“.

Das zweite gemeinsame Album mit Annette Humpe schließt nahtlos an das erste an und glänzt mit nachdenklichen, ironischen und amüsanten Tönen. Aussagen wie „Du fragst mich Schatz bin ich zu dick?/Nein prima sag ich alles schick […] Kleine Lügen tuen nicht weh/Kleine Lügen sind wie Honig im Tee“ lassen den Hörer schmunzeln. Mit seiner unverkennbaren Stimme singt Max Raabe von fehlender Liebe, von Schuld, Gefühlsleere und der Multitasking-Fähigkeit der Frauen, während im Hintergrund das Orchester spielt. Die Melodien sind klangvoll und eingängig; manche Lieder laden zum Träumen ein, andere zum Mitsingen.
Dennoch hätte etwas mehr Abwechslung nicht schaden können, da es musikalisch keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Liedern gibt. Zwar bleibt Max Raabe dem Stil der 20er und 30er treu; eine gewisse Entwicklung in Richtung Moderne kann man allerding feststellen, wenn man sich an ältere Alben wie „Übers Meer“ erinnert.

Zum Nebenbei-Laufen-Lassen ist die neueste CD von Max Raabe nicht gemacht. Wer sich die Zeit nimmt und sich auf die insgesamt dreizehn Lieder einlässt, wird mit teils witzigen, teils poetischen Texten belohnt werden.

von Sabrina v. Oehsen

Foto: ©We love Music (Universal)