Rezension

Eigentlich ist Lindsey Stirling eine unter vielen: Musikalisches Talent, ein eigener YouTube-Kanal, eine recht große Fangemeinde im Internet. Aber nur wenige schaffen den Sprung aus dem Internet auf die CD. Für alle, denen Lindsey kein Begriff ist, hier eine kurze Aufklärung: Geige gepaart mit Electro und Dubstep, dazu Tanzeinlagen und schräge Frisuren. Tanzbar sind ihre Lieder sowieso immer, egal ob sie aus ihrer eigenen Feder stammen oder ob sie Cover oder Tributes sind. Lindseys Debutalbum wartet mit zwölf Liedern auf, von denen man die Hälfte schon aus dem Internet kennt. Darunter sind das etwas melancholische „Song of the caged bird“, das eher ruhige, aber doch kraftvolle „Elements“ und das sehr dubstep-lastige „Crystallize“. Gerade bei den bisher unveröffentlichten Liedern fällt auf, dass Lindsey immer noch mit ihrem Stil experimentiert. Mal mehr, mal weniger Geige, vieles ist im Wandel. Dennoch wirkt das Album als Ganzes. Andererseits sticht auch keins wirklich heraus – zu groß sind die Ähnlichkeiten. Man fühlt sich an Lounge-Musik erinnert. Das ist an sich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich originell.

Auf YouTube besitzt Lindsey diese Originalität, ausdrückt durch Videos: das Tanzen, die Performance, die Settings. Das Medium CD ist neu für sie, und die Messlatte liegt hoch. Wer sie nicht kennt, kann sicherlich Gefallen an dem Album finden, aber Fans werden etwas vermissen.

von Erik Lohmann

Foto: © Universal