Die Universität Greifswald hat sich ein hohes Ziel gesteckt: 2016 wollen sie den Universitätsbetrieb CO2-neutral halten, als erste und einzige Universität in der Welt.

Seit mehreren Jahren möchte die Universität Greifswald ein einzigartiges Projekt umsetzen: die CO2-neutrale Universität. Dabei soll der Ausstoß der Kohlendioxidemissionen gesenkt und der Anteil der Emissionen, der nicht gesenkt werden kann, kompensiert werden. Unter der Leitung von Professor Martin Wilmking befasst sich die Arbeitsgruppe (AG) Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik mit dem Thema der Reduktion von Kohlendioxidemissionen in den Bereichen Strom- und Wärmeversorgung, Mobilität und Beschaffung. Dabei soll die Energieeffizienz gesteigert werden. Gerade bei Sanierungsobjekten und Neubauten sei dies eine gute Möglichkeit.  Ebenfalls könnten die Institute zentriert werden um die Einzelverbräuche zu senken und nur noch wenige Einzelstandorte zu haben.

2011 gründete sich die AG Umweltmanagement, die sich um den Ressourcenschutz an der Universität bemüht. Das Konzept der CO2-neutralen Universität entwickelten sie schließlich mit. „Besonders im eigenen Uniforst können die Kompensationsmaßnahmen regional stattfinden“, erklärt Doktor Monique Wölk, Koordinatorin der CO2-neutralen Universität. Die Kompensationsmaßnahmen sind längerfristig angelegt; sie umfassen einen Zeitraum von 50 bis 100 Jahren. Um die Emissionen auszugleiche, können in dem Wald mehr Bäume gepflanzt oder die Holzentnahme verringert werden.
Seit dem 1. April 2012 wird das Projekt auch finanziell vom Rektorat unterstützt, indem es dabei eine Koordiantionsstelle für die drei folgenden Jahre bezahlt.

Dienstfahrräder zur Senkung des Verbrauchs

Hauptsächlich sollen von Menschen verursachte Emissionen reduziert werden, darunter fallen der Strom- und Wärmeverbrauch sowie der Fuhrpark und die Dienstreisen der Mitarbeiter und Dozenten der Universität. Jedoch sind im Moment noch keine Erhebungen durchgeführt worden, wie die Mobilität der Studenten und der Universitätsmitarbeiter ist. Diese können schließlich CO2 produzieren, indem sie mit dem Auto oder ähnlichem zur Universität kommen. Für den Dienstverkehr in der Universität gibt es jetzt schon Dienstfahrräder, die die Projektgruppe unter anderem organisiert hat. Zudem wird der Strombedarf mit Ökostrom gedeckt.

mm106_Universum_18_TabelleIm Jahr 2010 hatte die Universität einen CO2-Ausstoß von circa 7 800 Tonnen pro Jahr. In die Bilanz der CO2-Neutralität geht dabei nicht die Universitätsmedizin ein. Diese hat ein eigenständiges Rechtssystem und somit fallen nur vier Fakultäten in die  Bewirtschaftung der Universität.

Auf den einzelnen kommt es an

Das Projekt soll dabei nicht kompliziert gemacht werden, sondern so einfach wie möglich zu handhaben sein. Jeder Universitätsangehörige kann dazu beitragen,  den CO2-Bedarf der Universität zu senken. Hierbei sollen sie daran denken, die Fenster schließen oder das Licht ausmachen, wenn sie den Raum verlassen. Zwischen 10 bis 15 Prozent an dem Energiebedarf könnten eingespart werden, wenn die Mitarbeiter und Studenten auf solche Dinge achten würden. „Es kommt auf jeden einzelnen an“, erzählt Wölk weiter. Bei der Größenordnung der Universität machen die Kleinigkeiten viel aus.

Als Ziel setzt sich das Projekt, dass die Universität 2016 CO2-neutral sein soll. Dann soll die Universität ihre Kohlendioxidemissionen verringert haben und der Rest der Emissionen kompensieren. Die Schwierigkeit darin besteht, dass es immer wieder neue Studenten und Mitarbeiter gibt, die immer wieder neu auf das Thema sensibilisiert werden müssen. 2016 wird sich dann erst zeigen, ob die Bemühungen gewirkt haben und die Universität dann als erste Universität der Welt CO2-neutral ist.

von Corinna Schlun

Foto: Simon Voigt

Quelle Diagram: www.uni-greifswald.de