Rezension

Hip Hop und Rap ist ein weit umstrittenes Feld. Oldschool Hip Hop ist mit seinen Rapbeats weitestgehend untergegangen und musste dem neumodernen „ich bin der coolste Rap“ weichen. Heute thronen nicht mehr Too Strong, Torch oder Toni L. im Rapolymp, sondern „Künstler“ mit flachen Texten, in denen man nicht selten die deutsche Grammatik vermisst.

Doch jetzt kommt einer, der in seiner eigenen Rapgeschichte einen deutlichen Wandel vollzogen hat: Chakuza. Ein Unbekannter in der Musikbranche ist der gebürtige Linzer keinesfalls. Der Wahlberliner tauchte bereits in mehreren Produktionen von Bushido auf, dem er sich musikalisch vollkommen anpasste – aggressiv, arrogant, mit großem Mundwerk und hartem Sound. Zwei seiner Alben, „Unter der Sonne“ von 2008 und „Monster in mir“ von 2010, erschienen sogar bei Bushidos Label „ersguterjunge“. Vom Prollgehabe hat er sich, mit neuem Label im Rücken, in „Magnolia“ gänzlich verabschiedet, und das ist auch mehr als gut so.

Das Album fesselt vor allem in ruhigeren oder nachdenklicheren Stunden den Hörer. Musikalisch wie textlich ein Genuss für die Ohren. Aus aggressiv wurde ruhig, aus arrogant wurde melancholisch und selbstreflektiert, was dem Album zusätzliche Authentizität verleiht. Einzelne Lieder ähneln Interpreten wie Casper, aber jedes Lied trägt seine eigene Handschrift. Magnolia ist ein Album mit Musik für Seele und Geist und deshalb absolut empfehlenswert.

von Laura-Ann Schröder

Foto: ©Four Music (Sony Music)