Rezension

Aufgepasst alle Fans von „Es gibt nur Wasser“ oder „Frei wie der Wind“! Das zweite Studioalbum von Santiano knüpft nahtlos an ihren ersten Erfolg an. Die Mischung aus Shanty, Rock und Irish Folk überzeugt sowohl in Balladen als auch in schnelleren Nummern. Die fünf Nordlichter setzen zu den klassischen Rockinstrumenten gekonnt auch Geige, Panflöte, Bouzouki und Percussions ein.

Ihre Seemannslieder handeln von Sehnsucht, Frauen, Alkohol und dem Meer. Wie auf dem ersten Album singen die Flensburger eigene Songs und Neuinterpretationen von nordischen Volksliedern, wie der irischen Antikriegsballade „Johnny I Hardly Knew Ya“. Mit den Klängen der Geige und den Texten kommen die Erinnerungen an das Meer und die Seeräuber. Die Musik lädt zum Träumen ein.

Jedoch ist das Album eine einfache Weiterführung des erfolgreichen Ersten. Santiano experimentieren zwar mit poppigen Klängen, wie bei „Gott muss ein Seemann sein“, doch überrascht das den Hörer nicht. Es klingt nicht nur nach dem Debütalbum, sondern auch nach Melodien, die man irgendwo anders schon einmal gehört hat. Konnte man bei der letzten Platte nach Rum rufen oder Männer mit Bärten auf Kaperfahrt schicken, fehlen auf der Neuen die prägnanten Lieder zum Mitgrölen. Trotzdem ist es ein gelungenes Album, das Spaß macht und Santiano-Neulingen absolut zu empfehlen ist. Kleiner Tipp: Im betrunkenen Zustand machen die Lieder immer Spaß. Nicht nur auf Ü40-Partys!

von Anne Sammler

Foto: ©Universal