Rezension

Die Story erinnert zunächst an den Film „iRobot“: Die Menschheit in der Zukunft lebt Seite an Seite mit Robotern, die den Alltag erleichtern und verbessern sollen. Von der Gastronomie zum Militär, vom Auto bis zum Spielzeug – überall findet sich künstliche Intelligenz, nicht selten in erschreckend menschlicher Gestalt. Der Frieden auf der hochtechnisierten Erde findet jedoch ein blutiges Ende, als ein Wissenschaftler die Kontrolle über die bis dato höchste künstliche Intelligenz Archos verliert. Archos beginnt nun, die Technologie der Menschen gegen sie zu verwenden. Dabei kennt er keine Grenzen und nutzt selbst Autos und Handys für seine brutalen Pläne.

Geschickt wird die Geschichte auf zwei Ebenen aufgebaut. Die erste Ebene erzählt die Gegenwart, in der der Krieg bereits seit Jahren im Gange ist. Eine Gruppe von Widerstandskämpfern birgt einen kleinen Roboter. In seiner Datenbank finden sie Aufnahmen von Kameras, Computern und Robotern, die die zweite Ebene konstruieren. Sie zeigen den Krieg vom Beginn bis zur Gegenwart aus verschiedenen Perspektiven. Diese sind sehr zahlreich und können anfangs etwas überfordern, sind für die Geschichte aber erkennbar wichtig.

Trotz vertrauter und typischer Elemente von Science-Fiction ist das Hörbuch absolut hörenswert. Zweifelsohne ist dies auch dem Sprecher Rolf Berg zu verdanken, der das Spektakel mit geradezu hingebungsvoller Leidenschaft liest. Mit seiner tiefen und rauchigen Stimme nimmt er den Hörer gefangen und trägt maßgeblich zur Spannung bei. Gleichzeitig schafft er es, die Individualität jedes noch so kleinen Charakters zu unterstreichen.

Alles in einem ist „Robocalypse“ eine nicht ganz neuartige Geschichte, die aber auf neue und kreative Art und Weise erzählt wird.

von Anne-Marie Martin

Foto: © Bastei Lübbe (Lübbe Audio)