Rezension

Einen Ohrwurm ist man sich nach diesem Film gewiss und wer auf lauschige Regenabende steht, sollte den Mädchen-Schnulzenfilm definitiv gegen dieses Teenie-Werk eintauschen. „High School Musical 1-100“ ist nichts gegen diesen herrlich bekloppten Streifen aus dem Jahr 1984 mit seinen expressiv-affigen Choreographien. Hier werden wirklich alle Klischees aus den 80ern erfüllt: bunte Klamotten, schräge Frisuren und die Rebellion gegen die spießigen Eltern.

Tanzende und singende Frühreife treffen sich ganz nach „Dirty Dancing“-Manier in ihren Sommerferien am See der amerikanischen Kleinstadt Speelburgh, an dem neben dem Baden auch dämliches Quatschen verboten ist. Mitten in den Proben zu einer High-School-Aufführung landen in der scheinbaren Idylle sechs außerirdische Rocker mit ihrem Gitarrenraumschiff.

Ziemlich schnell entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen der Freundin des Bosses der High-School-Band und dem Leadsänger der Außerirdischen, damit ist das Drama scheinbar perfekt. Doch es darf noch schlimmer werden. Während die jungen Hähne um die schöne Dee Dee buhlen, brechen gefährliche Massenmörder aus der städtischen Psychiatrie aus und machen die Kleinstadt mit Kettensägen unsicher. Das große Finale ist dann, wie sollte es auch anders sein, ein großes Bandbattle.

Der im Jahr 2009 auf DVD neuerschiene Film vereint also Teenie-Film, Horror, Science-Fiction und Komödie. Nebenbei wird, ganz nach US-Manier, auch noch ein wenig Gesellschaftskritik geübt, denn der See ist durch die naheliegende Fabrik vollkommen verschmutzt und die außerirdischen Gäste aus der Zukunft können keine Gefühle empfinden. Zum Glück geht die Geschichte wenigstens für den Kettensägen-Mörder gut aus, denn in ihn verliebt sich die sexhungrige Freundin von Dee Dee. Die Charaktere sind generell durch und durch überspitzt dargestellt und der Anführer der zugereisten Aliens erinnert zeitweise an den deutschen Vater des Klamauks: Otto Waalkes. Ach ja, für alle Fans von R2-D2 ist auch noch was dabei. Der leicht-unterhaltsame Roboter 1359 macht die überladene Vorstellung perfekt. Und wen das noch nicht beeindruckt hat, der bekommt dann auch noch ein wenig nackte Haut zu sehen. Am Ende bleibt der fallende Regen.

von Lisa Klauke-Kerstan

Foto: © VZhandel