Ein halbes Jahr Amtszeit ist nun vorüber. Am 14. Mai 2013 wurden die ersten Referenten in den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) gewählt. moritz schaut auf deren Aufgaben und vor allem ihre Umsetzung.
Eine nahezu perfekte Checkliste weist der AStA in dieser Legislatur auf. Nur wenige Punkte sind nicht erfüllt worden. So schlug zum Beispiel das Studierendenparlament eine Fahrraddemonstration für eine bessere Bildung vor. Diese fand nicht statt und wurde auch von den Mitantragsstellern verworfen. Grund war das schlechte Wetter zum Demo-Termin Anfang November.

Gleichzeitig sollte im Kreistag Vorpommern-Greifswalds für die Umzugsbeihilfe geworben werden. Auch hier hat der AStA seinen Auftrag nicht erfüllt. Aber auch wenn der Beschluss nicht ausgeführt wurde, konnten sich mehr als 1 000 Studenten über die Umzugsbeihilfe freuen, denn sie wurde wieder eingeführt. Andere Projekte konnten noch nicht abgehakt werden, da sie noch nicht erledigt sind. Trotzdem sieht es so aus, als komme der AStA gut voran.

von Corinna Schlun

Kommentare

Kann der AStA noch etwas anderes?

Demo in Demmin, Spaziergang für eine bessere Bildung, Demo in Friedland – wenn man sich das so anschaut, dann ist der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) wohl zum Demo-AStA geworden. Kein anderes Thema scheint die Referenten mehr zu interessieren. Wie organisiert man Protestmärsche? Wie kommen wir dort hin? Alles dreht sich um Demonstrationen. Natürlich sind viele dieser Protestzüge für einen guten Zweck, zum Beispiel für unsere Bildung oder gegen rechtsextreme Tätigkeiten.

Aber ist das der Grund, warum der AStA so viel auf die Straße gehen muss? Viele Studenten interessiert es einfach nicht. Am 5. November 2013 sind rund 900 Greifswalder Studenten nach Schwerin gefahren, um dort für eine bessere Bildung in Mecklenburg-Vorpommern zu demonstrieren. Aber die restlichen 10 000 Studenten hat der AStA nicht erreicht. Warum sie nicht mit waren, ist unerheblich. Aber es zeigt, dass nicht alle Studenten für eine Demonstration Zeit haben oder bereit sind, Zeit dafür einzuplanen. Diese Studenten wollen von den Referenten in studentischen Angelegenheiten wie Wohnungssuche oder bei Problemen mit dem Studium Hilfe bekommen. Die AStA-Mitglieder sollten sich für die Belange aller Studierenden einsetzen, indem sie jedem mit Rat und Tat zur Seite stehen und nicht nur denen, die demonstrieren wollen.
Wendet man den Blick mal weg von den Protestaktionen, dann sieht man, dass nicht nur Demonstrationen im Vordergrund stehen, sondern auch Petitionen oder andere politische Informationsveranstaltungen. Es scheint, als wären einige nicht-politische Aufgaben in den Hintergrund geraten.

Aber sind es wirklich die Referenten, die diesen AStA so politisch machen? Oder ist es nicht viel mehr das Studierendenparlament (StuPa), das unzählige Aufträge im Bereich der Hochschulpolitik diktiert? Es kann nicht sein, dass die StuPisten an dieser Universität den AStA mit hochschulpolitischen Aufgaben überschütten und die Referenten somit nicht mehr genügend Zeit für andere Bereiche haben. Schließlich soll der AStA allen Studierenden helfen und nicht nur die Meinung der Hochschulpolitiker vertreten.

von Corinna Schlun

Entspannt oder nicht entspannt, das ist hier die Frage

Als Exekutivorgan der Studierendenschaft muss der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ziemlich viel organisieren. Erstsemesterwoche, Informationsveranstaltungen oder Demonstrationen – das sind Aktionen, die hauptsächlich nach außen wirksam sind, von denen der Otto-Normal-Student etwas mitbekommt. Dabei gibt es noch einiges mehr zu tun. Die Gelder der Studierendenschaft müssen verwaltet werden, weswegen es den Hauptreferenten – und seit einem Jahr auch einen Co-Referenten – für Finanzen gibt. Schließlich sind es mehrere zehntausend Euro, über die der Überblick behalten werden muss.

Schon in der letzten Legislatur wurde aufgrund von Unstimmigkeiten eine stärkere Kontrolle der Finanzen eingefordert und auch teilweise umgesetzt. Der Erfolg zeigt sich bei der Entlastung der Finanzreferenten durch das Studierendenparlament: In der letzten Legislatur beschränkten sich die Ungereimtheiten auf eine halbe Seite, während es die Jahre zuvor immer mehrere Seiten waren. Allerdings lief die Betreuung der Fachschaftsräte damals weniger reibungslos ab. Die beiden Finanzreferenten in diesem Jahr haben es geschafft, dass die Zusammenarbeit entspannter ablief – und damit eine gute Betreuung der Fachschaftsräte in finanziellen Belangen sicher gestellt.

Stressig ging es bei der Erstsemesterwoche zu. Dass so eine Organisation kein leichtes Unterfangen ist, steht außer Frage. Gerade durch die Unbeständigkeit der Amtszeit der Referenten muss sich jeder erst einmal seinen eigenen Fahrplan für die Organisation erstellen und die Arbeiten delegieren. Letzteres ließ beim Aufbau zur Begrüßung in der Mensa und zum Markt der Möglichkeiten allerdings zu wünschen übrig: Es war sehr hektisch, der Ton rau und die Aufbauhelfer standen verhältnismäßig oft in der Ecke herum, ohne zu wissen, was sie jetzt eigentlich zu tun haben. Es fehlte eine Ansage zu Beginn der Veranstaltung, die festlegte, was von wo wohin geräumt werden muss, welche Aufgaben eher zweitrangig sind und was definitiv nicht vergessen werden darf. Auch schien es, als ob die AStA-Referenten untereinander nicht genau wussten, was der andere gerade tat: Hörte man von dem einen, man solle die Schilder an die Fenster kleben, sagte der andere, sie müssten an den Bauzäunen aufgehängt werden. Im Endeffekt hingen sie gar nicht.
Für die nächste Erstsemesterwoche wäre eine Einweisung an die Helfer empfehlenswert, damit auch der Aufbau und die Organisation für Helfer und Referenten entspannter werden.

von Katrin Haubold