Kolumne

Ich hab heute mal nachgedacht. Es war nicht so ein in sich gehen, sondern eher die bewusste Entscheidung dazu mir Gedanken zu machen. Oft tue ich das nicht. Ich würde mich nicht als einfältig bezeichen, aber meine Dimensionalität hält sich deutlich in Grenzen. Man könnte mich ein enfant stupido schimpfen, wenn man ein übler Mensch ist.

Jedenfalls, und dass ist wohl jenes worauf es ankommt, kam auch einiges dabei rum. Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber es ging um meine unbändige Leidenschaft den Stift liegen zu lassen und die Tastatur auf meinem Computer zu benutzen. Ich schreibe. Darin bin ich durchaus engagiert und es amüsiert mich zutiefst welche Emotionen mein eigenes Wort hervorrufen kann, wenn ich es Jahre später zufällig lese. Oft rumort es in meinen tiefsten, von mir selbst verborgenen Winkeln meines Körpers. Oft habe ich das Gefühl, dass ich da noch mehr schreiben könnt. Wenn ich jeden Tag ein Gedicht mehr schreiben würde, dann könnte ich auch mehr Geld verdienen und würde mir damit ermöglichen, besser auszusehen. Aber es ist mir nicht möglich. Wenn der Zenit erreicht ist dann macht die Birne zu. Wenn ich dann lustigerweise noch einen Bissen von ihr abbeißen will, dann merke ich deutlich in den Zahnspitzen, dass es sich um eine unreife, granitharte Frucht handelt und jeder Satz der mir danach aus den Fingern fällt, ist durchtränkt von unverständlichen Metaphern und Wortfiguren, die keine gute Figur machen.
Mit dem Engagement ist das ja immer so eine Sache. Viele Menschen, das vermute ich zumindest, haben Probleme damit sich zu motivieren, sich vor Augen zu führen, dass unsere Tage begrenzt sind. Aber wer kann schon sagen, dass das Leben eines engagierten Menschen besser ist, als das eines faulen, in der Veranda sitzenden Taugenichts. Natürlich schwingt da jetzt eine gewisse Wertung mit, jedoch bin ich außerstande zu sagen, dass ich nicht manchmal einfach nur gern herumsitze, in der Sofaritze und kleine Holzfigürchen schnitze, so wie es schon Arthur Schnitzler getan hat. Andererseits finde ich es durchaus fade mich in Gesellschaft von schlaffen Gestalten zu befinden. Irgendwie macht mich das müde, und wenn ich müde werde, dann langweile ich mich selbst. Ein schlimmer Kreislauf. Aber man hat ja die Entscheidung und eine Entscheidung ist immer eine Form des Engagements.

Gerade wurden ja diese Wahlen veranstaltet und nachdem die Ergebnisse verkündet wurden haben sich einige Menschen, die ich im Netto gesehen habe erschrocken an den Kopf gefasst und sagten immerwieder Sätze, die ihre Überraschung und Angst wiederspiegelten. Hatten diese Leute genug getan um ein anderes Wahlergebnis hervor zu bringen? Ich hatte es nicht, das konnte ich auch sofort beantworten. Doch ich fühlte mich nicht schuldig. Natürlich verwunderten die Menschen mich in dieser Hinsicht aufs Neue, aber dennoch hatte ich es mir nicht zur Aufgabe gemacht in diesem Lebensbereich zu handeln. Politik war was für Schlaue, für Leute, die sich auskannten in verschiedenen Dingen. Ich glaube Allgemeinwissen ist da sehr wichtig oder man musste wenigstens so reden können, als würde man etwas wissen. Deshalb schaut die Frau Merkel auch so gerne Günther Jauch. Oder weil sie heimlich in ihn verliebt ist. Man weiß es nicht. Jedenfalls hat sie sich für einen anderen Mann entschieden. Angela Merkel scheint sehr engagiert zu sein.

von Max Devantier