Seit 2004 vereint der Greifswalder Universitäts-Studentischer AutorenVerein junge Studenten, die in ihrer Freizeit gerne Gedichte, Geschichten oder gar Romane verfassen. Einmal in der Woche treffen sich die Clubmitglieder zum gemeinsamen Lesen und Schreiben.

Schreiben – das kann eigentlich jeder, der die Grundschule besucht hat, könnte man annehmen. Doch man muss zwischen einem einfachen Schreiben und einem kreativen Schreiben unterscheiden. Das einfache Schreiben bezeichnet schlicht die Notizen, die man während einer Vorlesung gemacht hat oder die Arbeit an einer Hausarbeit; aber es gibt auch noch das Erfinden von Figuren, Geschehnissen und Fantasiewelten. Im Greifswalder Universitäts-Studentischer AutorenVerein (GUStAV) treffen all diejenigen aufeinander, die im kreativen Schreiben ein Hobby gefunden haben; einige sind schon seit Jahren dabei, andere haben gerade erst damit angefangen.

„Ich habe zwar schon immer geschrieben, aber vor allem brauchte ich auch soziale Kontakte – die hab ich hier gefunden“, erklärt Florian Hoff, Schriftführer des Autorenvereins. Der 22-Jährige Politik-und Geschichtsstudent gehört  neben den beiden Vorstandsmitgliedern Jan Laumeier und Tobias Reußwig sowie den Autoren Beatrice Karg und Mathias Archut zu den älteren aktiven Autoren. Vor zwei Jahren ist er durch eine Veranstaltung des GUStAV in der Erstsemesterwoche auf den Club gestoßen und gehört seitdem zu den „Gusteln“, wie sich die Autoren selber mit einem Augenzwinkern nennen.
Auch in diesem Jahr gibt es ein paar neue Gesichter im GUStAV, zu denen auch der Erstsemesterstudent Cris Wahsner zählt. „Ich hatte einen Flyer in der Erstsemestertüte, auf dem für einen kreativen Schreibworkshop geworben wurde. Ich bin dann einfach mal spontan vorbeigegangen“, erzählt der Student, der seit dem Wintersemester Recht-Wirtschaft-Personal studiert. „Der Workshop war echt witzig. Ich schätze, es waren ungefähr 30 bis 40 Leute da. So viele sind es jetzt natürlich nicht mehr.“ Doch Cris gefällt es in dem Verein: „Jeder ist ein Freak für sich. Texte, die ich meinen Eltern beispielsweise nicht vorlesen würde, kann ich hier lesen, weil die Atmosphäre so offen ist.“

Karriere als Schriftsteller?

Der Club hilft ihnen, sich mit ihrem Schreibstil auseinander zu setzen und an sich zu arbeiten. „Wir treffen uns einmal die Woche, um uns gegenseitig unsere Texte vorzulesen und um Übungen zu machen“, erklärt Florian. Das Lesen der eigenen Texte gibt den jungen Autoren mehr Sicherheit und Selbstvertrauen ihre Werke zu präsentieren; die Übungen sollen zusätzlich die Kreativität und das Schreiben fördern. „Ich habe immer eine kleine Kiste mit, in der Zitate, Sprichwörter oder kleine Gedichte sind“, erzählt der 22-Jährige. Diese Schriftstücke sollen den Studenten als Inspirationsquelle für eigene Texte dienen. Dabei ist es egal, über welches Thema, in welcher Form und in welchem Stil sie schreiben.

Den Beruf des Autors strebt Florian allerdings nicht an. Er bezeichnet das Schreiben eher als Freizeitbeschäftigung: „Es wäre zwar schön, aber ich mache mir wenig Illusion, dass ich irgendwann davon leben könnte.“ Auch Cris will keine Karriere als Schriftsteller hinlegen. „Das hier ist ja auch alles eher semiprofessionell“, erklärt er, „hier sind Leute, denen das extrem viel Spaß macht. Die suchen nicht nach Erfolg oder Geld, sondern nach einem Publikum, das ihnen zuhört.“ Aus diesem Grund veranstaltet GUStAV etwa ein- bis zweimal im Jahr eine kleine Lesebühne. Im Oktober gab es beispielsweise passend zur Halloweenzeit ein „Grusellesen“ in der Kiste. Das nächste Projekt soll vielleicht ein Hörspiel werden – erfahren werdet ihr es auf jeden Fall, denn ein Rezensionsexemplar hat sich moritz schon gesichert.

von Sabrina v. Oehsen

Bild: Sabrina v. Oehsen