Im Studium wird man mit zahlreichen Problemen konfrontiert: sei es die erste Hausarbeit und die Frage nach dem „Wie geht das?“ oder Schwierigkeiten bei der Studieneingangsphase selbst. Das Programm interStudies bietet allen Studierenden bedarfsorientierte Lösungswege an. moritz sprach mit Adrienne van Wickevoort Crommelin und Brian Carlsson über die verschiedenen Projekte.

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Adrienne van Wickevoort Crommelin & Brian Carlsson
sind für interStudies tätig.

Können Sie kurz erläutern, welche Funktionen Sie übernehmen?
Crommelin: […] Ich bin zuständig für die Förderung des forschenden Lernens und Lehrens an der philosophischen Fakultät […]. Für Lehrende machen wir Beratungs- und Workshopangebote, die sie dabei unterstützen, ihre Lehre forschungsnah zu gestalten. Für Studierende bieten wir Tutorenprogramme an wie z.B. interFokoS. Studierende können sich aber auch direkt an uns wenden, wenn sie z.B. Fragen zur Gestaltungeines Kolloquiums oder zur Finanzierung eines studentischen Forschungsprojekts. Wir haben dazu jetzt auch eine zentrale Internetseite mit Informationen für Lehrende und Studierende erstellt (www.uni-greifswald.de/forschenimstudium) Außerdem haben wir Sprechstunden.
Carlsson: Ich arbeite zusammen mit meiner Kollegin Birke Sander im Maßnahmenfeld „Erleichterung der Studieneingangsphase“ im Projekt interStudies. Um dem Ziel des erleichterten Studieneinstiegs für StudienanfänerInnen gerecht zu werden, habe ich und meine Kollegin einen Initiativenverbund konzipiert, der sich aus den Initiativen Studiumforte (Workshops für StudienanfängerInnen), Tutoriumforte und StudenCoaching-Lounge zusammensetzt[…]. Stellvertretend führe ich das Gespräch für meine Kollegen aus der mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät […], sowie […]aus der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät, die Tutorien, wie auch computerbasierte Trainingsprogramme zur Aufbesserung von Grundlagenwissen (z.B. Mathematik) konzipieren. Meine Kollegen greifen gerne auf die Möglichkeit zurück, ihre TutorInnen bei Tutoriumforte qualifizieren zu lassen.

Wie sind die Projekte entstanden?
Carlsson: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat einen Gesamtetat von 20 Milliarden Euro freigegeben, „Qualitätspakt Lehre“ wird das auch genannt. Universitäten und Fachhochschulen konnten sich mit einem Projektantrag darum bewerben, Gelder zu bekommen und die Universität Greifswald hat für ihren Antrag, […].2,5 Millionen Euro für das Projekt „interStudies“ bekommen. Dieses Projekt hat fünf Maßnahmefelder, die mit diesem Geld gefördert werden: Förderung des forschenden Lehrens und Lernens, Erleichterung der Studieneingangsphase, Institutionelle Qualitätsentwicklung, Modularisierung des Lehramts und Verbesserung der Studierbarkeit in den Bachelorstudiengängen.
Crommelin: […] Konkret hat die Qualitätssicherung in Zusammenarbeit mit dem Rektorat und Studiendekanen den Antrag gestellt. Man hat im Vorfeld Studierende und Absolventenbefragt. Dabei wurde unter anderem angegeben, dass die Studierenden im Laufe ihres Studiums gerne mehr Kontakt zur Wissenschaft und mehr Einblicke zur Forschung gehabt hätten. Dies war der Hintergrund des Antrages, wobei wir viel Spielraum bei der Ausgestaltung haben. Das BMBF hatte zwar Rahmenvorgaben, aber wir konnten uns ein Semester lang einer genauen Bestandsaufnahme widmen. Lehrende und Studierende konnten dann angeben, wo genau der Bedarf liegt, sodass die Ausgestaltung des Projekts mit den Beteiligten zusammen gemacht wurde.

Wie werden die Projekte von den Studenten angenommen?
Carlsson: Studiumforte beispielsweise läuft jetzt schon seit dem Wintersemester 2012/13 und wir feiern demnächst den 100. Teilnehmer. […] Und für die Tutorienschulung Tutoriumforte waren es im letzten Semester neun Studierende, die sich zum Tutor bzw. zur Tutorin qualifizieren lassen wollten. Ich glaube, dass diese Zahl auch noch steigen wird, je mehr sich das etabliert.
Crommelin: […] Im Semester wird unser Angebot sehr gut nachgefragt. Ich glaube aber, dass die Leute noch nicht klar im Bewusstsein haben, dass unsere Tutoren auch in der vorlesungsfreien Zeit da sind. Der Unterschied zu den klassischen Fachtutorien, die häufig mit einem frontalen input operieren, ist die Begleitung der Leute in ihren eigenen Fragestellungen und mit ihnen das prozessorientiere Arbeiten zu üben und, dass dies eben auch in den vorlesungsfreien Zeit stattfinden kann.

Wie sehen Ihre Pläne zum Wintersemester aus?
Crommelin: Es gibt nach wie vor Einzelberatung und die Gespräche mit den Lehrenden zur Begleitung der Studierenden. Wir richten zum Wintersemester 2013/14 zusätzliche Schreibgruppen ein, die idealerweise fünf bis sechs Leute umfassen, um sich gegenseitig zu beraten.
Carlsson: Wir sind derzeit in der Terminplanung für die Schulungen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Crommelin: […] Ich würde mir wünschen, dass das Projekt zum einen noch weiter inhaltlich bei Studierenden und Lehrenden angekommen ist, zum anderen auch, dass die Leute bei Fragestellungen wissen, wo genau sie hingehen müssen und an wen sie sich wenden können.  […]
Carlsson: Ich wünsche mir, dass alle Akteure der Uni die größte Ressource im Blick haben: die Studierenden. Ohne Studierenden keine Universität! […]Sie sollen einen maximalen Studienerfolg haben, vor allem auch durch Angebote, die ihnen helfen besser durch das Studium zu kommen. Studium zu kommen.

von Laura-Ann Schröder

Foto: Laura-Ann Schröder