Rezension

Ein interessanter Mix aus kratzenden, pochenden Tönen und hellen Frauenstimmen vermischt sich zu einer einprägenden Pop-Elektro-Stimmung. Das ist zumindest der erste Eindruck. Hört man noch genauer hin, verschmelzen beinahe auf groteske Weise in die eher ruhiger gewählte Rhythmik allerlei Formen von Gewaltthemen, welche die Damen engelsgleich besingen.

Das im September veröffentlichte Album „Smile-wound“, zu deutsch lächelnde Wunde, der isländischen Band Múm wirkt aber schon durch ihr gewähltes Albumcover ein wenig anders: Während die Titel auf der Rückseite wie von einem Kind geschrieben scheinen, wirkt das Lächeln auf der Frontseite, das aus Zähnen besteht, die an bunten Fäden hängen,  bein längerer Betrachtung fratzenartig. Alles im Allen verstörend.
Zu Beginn des Hörens wird es einem dennoch schnell langweilig, denn die Melodien scheinen sich eher zu wiederholen, als das sie miteinander eine große Geschichte bilden. Man bleibt irgendwie auf der Stelle stehen. Erst der fünfte Titel „Eternity is the wait between breaths“ bringt Abwechslung in das Album, die dann auch anhält und einen Kontrast zu der ruhigen Melancholie bringt.

Somit ist dies ein Album, das man gerne in den kommenden Herbsttagen in den eigenen vier Wänden hören kann, wenn man sich der farbenfrohen und doch schwermütigen Umgebung anpassen möchte, ohne dabei ganz in den Winterschlaf zu verfallen.

von Ulrike Günther

Foto: ©MorrMusic