In „Krieg und Frieden“ zeichnet der Autor Leo Tolstoi ein sehr detailliertes Bild des russischen Adels der Zeit zwischen 1805 und 1812 nach. Es sind Jahre der Vorherrschaft Napoleons und auch der damit einhergehenden Befreiungskriege in den deutschen Staaten. Diese sieben Jahre sind für die deutsche Gesellschaft wiederum die Geburtsstunde der Nationalbewegung, die in dem Wunsch nach einem geeinten und von Napoleon unabhängigen Deutschland mündet. Das 19. Jahrhundert stellt zugleich den Beginn des Zeitalters von Imperialismus und Nationalismus dar. Etwa 100 Jahre später gipfelt der Kampf um die Vorherrschaft in Europa und der Welt schließlich in dem Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914. Inzwischen sind weitere 100 Jahre vergangen und wir fragen uns: Wie sah es im ersten Weltkrieg in Greifswald aus? Doch auch nach 1918 war die Zeit, in der nach dem Pazifisten Erich Mühsam immer wieder die „große patriotische Walze“ lief, noch nicht vorbei. Die junge Weimarer Republik, die erste Demokratie auf Deutschen Boden, ist 1933 endgültig unter die Räder geraten. Einer, der dem Nationalsozialismus die Stirn bot und zuletzt dafür starb, war der Greifswalder Pfarrer Alfons Maria Wachsmann, ein pazifistischer und katholischer Theologe. Doch machen wir einen Sprung in eine zumindest für uns friedlich erscheinende Zeit. Als Kontrast zu den Kriegsthemen stellen wir euch vor, wo Greifswalds Studierende wohnen und was ihnen an ihrem Stadtteil gefällt. Ebenso könnt ihr euch in dieser Ausgabe wieder über einen Reisebericht, dieses Mal nach Nordschweden, freuen.

von Marco Wagner

Foto: Marie Fleur Borger / www.jugendfotos.de