Ein Studium mit Kind ist keine einfache Sache. Gerade das Vorbereiten auf die Prüfungen ist eine schwere Aufgabe, denn zum Beispiel der Eintritt in die Bibliotheken mit dem Kind ist vielen Studenten untersagt. Aber die Universität arbeitet daran.

Am 27. November 2012 beauftragte das Studierendenparlament den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), sich um Eltern-Kind-Räume in den großen Universitätsgebäuden zu kümmern. Eine Umfrage, die vom AStA durchgeführt wurde, zeigt, dass sich viele Studierende mit Kind aus Greifswald solche Räume zum Lernen wünschen. Auch von Seiten des Rektorats wird die Idee der Eltern-Kind-Räume in der Universität positiv bewertet. „Die Hochschulleitung möchte, dass der Begriff ‚Familiengerechte Hochschule‘ nicht nur ein Etikett bleibt“, erklärt Professor Johanna Eleonore Weber, Rektorin der Universität.
Im Moment ist es den Angestellten der Universitätsbibliothek überlassen, ob sie Studenten mit Kindern zum Lernen in die Bibliothek lassen. Gerade bei Kleinkindern, die weinen oder herumtoben, ist den Studenten oft die Möglichkeit verwehrt, mit ihren Kindern in die Bibliothek zu kommen. Damit die Eltern nicht nur zu Hause lernen müssen, soll nun ein Eltern-Kind-Raum in der Universitätsbibliothek am Beitz-Platz eingerichtet werden. In dem Raum soll es neben den Lernbereichen für die Studierenden auch Spielbereiche für deren Kinder geben.  „An anderen Universitäten werden solche Räume sehr gut angenommen“, meint Johanna Ehlers, Vorsitzende des AStA.

In mehreren Gesprächen zwischen dem AStA, der Universitätsleitung und der Leitung der Bibliotheken wurde die Errichtung des Eltern-Kind-Raums vorangetrieben. Jedoch blieb ein Problem bis jetzt ungelöst: die Finanzierung des Projekts. Die Universitätsleitung entschied sich darum erst einmal die Errichtung einer Familienwohnung in Randzeitgebieten zu fördern. Das bedeutet, dass Mitarbeiter ihre Kinder dort hinbringen können, wenn die Kindertagesstätte schon geschlossen hat, zum Beispiel ab 17 Uhr oder am Wochenende. Studenten ist dieser Raum verwehrt, da die Räumlichkeiten mit den Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft gebaut wurden. Nach dessen Fertigstellung im November 2013 soll nun auch wieder der Eltern-Kind-Raum in der Bibliothek im Vordergrund stehen. Eine der Ideen ist, dass der Raum den jetzigen Aufenthaltsraum ersetzen soll. Diese Idee wurde aber von Seiten des AStA verworfen. Nun soll ein neuer Raum im Erdgeschoß der Bibliothek gebaut werden.

Mehrere kleinere Projekte wurden neben der Familienwohnung schon umgesetzt, so gibt es Spielecken in der Cafeteria und der neuen Mensa und bald soll es einen Eltern-Kind-Raum in der Universitätsmedizin geben. Im kommenden Sommer werde auch die Kindertagesstätte des Studentenwerks eröffnet. „Wenn diese Räume fertiggestellt sind, sollte man sehen, wie sie angenommen werden und ob sie für den Bedarf ausreichend sind“, erklärt Johanna Ehlers.

von Corinna Schlun

Grafik: Oliver Bommel