Seit gut einem Jahr ist der Club9 ohne eigene Bleibe. Trotz verschiedener Angebote kam es bisher zu keiner Einigung. Nun stehen neue Räume auf dem Prüfstand.

Für viele Studenten muss es neben dem Studium einen Ausgleich geben. Greifswald bietet die unterschiedlichsten Kulturmöglichkeiten. Gerade die Studentenclubs sind ein fester Bestandteil im studentischen Leben. Dabei steht es um einen Club nicht gerade gut: Der Club9 (C9) ist seit Ende des letzten Jahres raumlos, da der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der Hunnenstraße seitens der Universität aufgelöst wurde.
Das Gebäude soll – wenn der neue Campus in der Friedrich-Loeffler-Straße fertiggestellt wird – als Laderampe für die neue Mensa dienen. Die Bauarbeiten für den neuen Campus haben schon begonnen. Der Grundstein wurde am 2. Dezember 2013 gelegt. Aber nicht nur auf dem neuen Campus wird schon eifrig gebaut, sondern auch in den ehemaligen Räumlichkeiten des C9. Diese Baumaßnahmen machten es nicht möglich, den Club weiterhin dort zu halten. Seitdem ist das Inventar des Clubs im Alten Röntgenarchiv untergebracht. Dennoch geben die Mitglieder nicht auf und veranstalten in regelmäßigen Abständen Exilpartys in den anderen Studentenclubs.

Neben den Veranstaltungen versuchen die Clubbies und die studentischen Vertreter immer wieder neue Räumlichkeiten zu finden. Gerade unter dem Rektorat Westermann sei es schwer gewesen Lösungen zu finden, da Lehre und Forschung einen höheren Stellenwert gehabt hätten.

Viele Möglichkeiten, aber keine Lösung

Trotzdem waren im letzten Jahr viele Gebäude im Gespräch, um den C9 doch noch irgendwo unterbringen zu können.  Eine der vielversprechendsten Lösungen war der Keller der Alten Frauenklinik. Doch dieser wurde wohl schon im Vorfeld für die Unterbringung des Archivs der Geologen vorgesehen. „Teilweise waren die Verhandlungen sehr zäh und ohne wirklichen Fortschritt, was nicht nur für Ernüchterung bei uns gesorgt hat“, erzählt Milos Rodatos, Präsident des Studierendenparlaments (StuPa), rückblickend. Neben der Alten Frauenklinik war auch der Alte Kinderpavillon eine mögliche Alternative. „Gerade beim Kinderpavillon muss man davon ausgehen, dass dies eher eine Nebelkerze der damaligen Universitätsleitung war“, meint Milos, der sich die Unterbringung des C9 zu einer Herzensangelegenheit gemacht hat. Der Kinderpavillon sei mit Pilzen und Schimmel übersät und würde eine Sanierung im siebenstelligen Betrag fordern, bevor man über einen Einzug nachdenken könne. Auch die Kellerräume auf dem neuen Campus in der Friedrich-Loeffler-Straße waren eine Option. Doch auch hier gab es eher Ernüchterung statt einer Lösung.

Endlich am Ziel?

Nun sind neue Räumlichkeiten im Gespräch: das Alte Röntgenarchiv in der Soldmannstraße. Mit einem neuen Rektorat scheinen auch die Verhandlungen wieder in Schwung zu kommen.

Diese Räume sind wie die anderen Raummöglichkeiten kostenintensiv. Allein für die Außensanierung und die Erneuerung des Dachs belaufen sich die Kosten auf ungefähr 170 000 Euro. Im Senat wurde 2012 das Konzept „Studentische Kultur“ erarbeitet, wodurch unter anderem circa 50 000 Euro zur Verfügung stehen. Eine ähnliche Summe hat das Studentenwerk in Aussicht gestellt. Neben diesen beiden großen Punkten hat das StuPa im Haushalt für 2014 einen Betrag von 10 000 Euro bereitgestellt, um den Umzug zu unterstützen. Rund 60 000 Euro sind noch offen. Aktuell laufen Verhandlungen zwischen dem C9 und der Universitätsleitung, damit dieser offene Betrag von der Universität gezahlt wird.

Die Mitglieder des C9 werden sich indessen mit Eigenmitteln und Arbeitskraft um den Innenausbau kümmern. Sollte es Schwierigkeiten geben, die finanziellen Mittel aufzubringen, dann könne man auch Mittel aus der Wohnsitzprämie verwenden, so Milos.

Eine endgültige Entscheidung für das Röntgenarchiv ist noch nicht gefallen. Jedoch seien die Verhandlungen sehr weit fortgeschritten.  „Ich hoffe, dass, sobald alle Entscheidungen positiv getroffen wurden, ein Einzug im Frühjahr 2014 möglich ist“, Milos weiter. „Wir werden den Senat, die Studierendenschaft und die Universitätsleitung mit diesem Thema nicht in Ruhe lassen, bis wir eine Lösung gefunden haben, die ein Fortbestehen des Clubs sichert.“

von Corinna Schlun

Montage: Corinna Schlun