Viele Mensabesucher waren in letzter Zeit unzufrieden mit dem Speiseangebot der Mensa. Der neu gegründete Mensaausschuss soll die nun dafür sorgen, die Gäste wieder anzulocken.

Neben Hörsälen und Laboren gehört die Mensa zu einer Universität dazu. Viele Studenten gehen in der Mittagszeit dort essen. In Greifswald gibt es sogar zwei Mensen, die Mensa am Schießwall und die Neue Mensa am Berthold-Beitz-Platz. Gerade auf dem Alten Campus mit der Mensa am Schießwall herrscht ein starker Konkurrenzdruck mit den einzelnen Bäckern und Bistros. Immer mehr Studenten gehen nicht mehr in die Mensa, sondern suchen sich lieber eine der Alternativen aus, da sie das Essen nicht gut finden. Ebenfalls gab es im letzten Wintersemester eine Preissteigerung, die viele Studenten nicht verstanden. Um die Mensen wieder attraktiver zu gestalten, gründete der Vorstand des Studentenwerks im Januar dieses Jahres den Mensaausschuss. In der Sitzung des Studierendenparlaments vom 21. Januar 2014 wurden die sieben studentischen Mitglieder gewählt. Diese sitzen zusammen mit den Studentenwerksvertretern, die sowohl Greifswald als auch Neubrandenburg und Stralsund repräsentieren, zusammen. Ebenfalls sitzen in dem beratenden Gremium die Leiter der verschiedenen Großküchen. Alle Mitglieder gehen häufig in der Mensa essen und hatten schon bei ihren Bewerbungen die verschiedensten Mängel erklärt. So gab es keine Zitronen mehr, wenn man am Ende des Tages in die Mensa kam. Auch wurde kritisiert, dass die Salate nicht mehr so frisch wären. Um all diese Probleme zu beheben, tagte der Ausschuss in den letzten zwei Monaten dreimal. Dabei gründeten sich jeweils zwei Arbeitsgemeinschaften (AG): AG Speiseplan und AG Service/Öffentlichkeit.

Der alte Speiseplan kam bei vielen Mensabesuchern nicht an, so gab es in heißen Sommertagen schwere Eintöpfe oder ähnliche Wintergerichte. Deshalb sollen jetzt saisonale und regionale Gerichte angeboten werden. Dafür wurde ein Speiseplan erstellt, der nach sechs Wochen wechselt. „Ich bin davon überzeugt, dass der neue Speiseplan besser als der alte ist“, meint Erik von Malottki, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Neben dem saisonalen Angebot soll es auch jeden Tag die Möglichkeit geben, sich vegan und vegetarisch zu ernähren. Dies sei im Moment nicht möglich, da es an manchen Tagen nur ein vegetarisches Gericht gäbe, an anderen Tagen dagegen gäbe es  drei vegetarische Gerichte. Man müsse mehr Kontinuität in das Essen bekommen, vor allem wenn es um fleischlose Gerichte gehe. Dafür soll auch die Mensa Vital weiter ausgebaut werden. Diese sei bis jetzt aufgrund von Personalproblemen nicht ständig offen.

Die PARTEI erfüllt Wahlziel

Eine große Veränderung wird es gerade an der Alten Mensa geben. Hier werden viele Gerichte noch vom Personal aufgefüllt. In der Neuen Mensa dagegen gibt es bereits eine Auswahltheke, an denen sich die Besucher ihre Gerichte mit Einschränkungen selbst zusammenstellen können. Dieses Verfahren wird noch weiter ausgebaut und nun auch auf die andere Mensa übertragen. Ab Anfang Mai soll dann auch der neue Speiseplan umgesetzt werden. Neben diesem soll es ebenfalls wieder Aktionstage geben. Diese existieren zwar bereits, wie zum Beispiel zum Nordischen Klang, werden aber von den Besuchern nicht richtig angenommen. Trotzdem sollen weitere Aktionen folgen. Eine Idee sind Grillaktionen vor den Mensen. Diese sollen ein bis zwei Mal pro Sommersemester angeboten werden. Zwei der gewählten Vertreter des Mensaausschusses kommen aus der PARTEI und finden diese Idee fantastisch, da sie zu den letzten Gremienwahlen mit dem Ziel angetreten sind eine Barbecuemensa zu eröffnen. Diese soll schon mit den Grillaktionen in diesem Sommersemester beginnen. „Das ist eine super Sache. Aber nicht nur, weil wir dadurch unser Wahlziel realisiert haben sondern weil das doch auch eine klar Außenwirkung auf die Studierenden hat. Und auch den Fleischessern wird mal gezeigt, dass an sie gedacht wird!“, erklärt Björn Wieland, Mitglied im Mensaausschuss und Parteivorsitzender der PARTEI Greifswald.

In den vergangenen Monaten befasste sich der Ausschuss jedoch nicht nur mit den beiden Greifswalder Mensen sondern auch mit den Mensen in Stralsund und Neubrandenburg. Hier gab es Anregungen, weniger paniertes Essen auszugeben und die Beschriftung der Dessertschüsseln kenntlicher zu machen. In den folgenden Wochen sollen für diese beiden Standorte auch ein neuer Speiseplan entwickelt werden, so wie es schon in Greifswald der Fall ist.

Kaum Wahrnehmung

Neben einem neuen Speisekonzept erarbeitete der Mensaausschuss auch ein neues Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit. „Es gibt die Öffentlichkeitsarbeit für die Mensen, jedoch wird diese kaum wahrgenommen“, meint Dr. Cornelia Wolf-Körnert, die Geschäftsführerin des Studentenwerks. Nun soll es weitere Werbemaßnahmen geben. „Eine Idee aus dem Mensaausschuss wäre, dass man Küchenführungen in der Erstsemesterwoche anbietet“, erzählt sie weiter. Eine andere Idee war zum Beispiel einen neuer Facebook-Auftritt zu designen. Dabei soll auch die Capufaktur e.V., die studentische Unternehmensberatung, mit ins Boot geholt werden, um den Start der Seite so optimal wie möglich zu gestalten. Damit das Studentenwerk auch eine Rückmeldung von den Studenten erhält, werden in Zukunft Feedback-Bögen an den Kassen verteilt. Die Besucher sollen sie dann in den Briefkästen abgegeben. „Jeden Tag können die Studenten die Mensa bewerten“, erklärt die Geschäftsführerin des Studentenwerks.

In den Werbekampagnen soll auch die Mensakarte beworben werden. Man müsse dabei mehr Studenten an die Karte binden. „Die Karte hat ihre Vorteile, da die Besucher nicht so lange anstehen müssen“, so Wolf-Körnert. Neben den verkürzten Wartezeiten an den Kassen gibt es auch Rabatt bei den Speisen. Einige Mitglieder im Mensaausschuss wollen sogar eine weitere Rabattierung für Kartenbesitzer erwirken. Dies muss jedoch der Verwaltungsrat des Studentenwerks entscheiden. Schon während der Arbeit des Mensaausschusses traten die ersten Veränderungen in Kraft, denn die Lebensmittel wurden beschriftet. „Ich gehe davon aus, dass sich einiges verbessern wird“, meint Erik. Am 25. April 2014 tagte der Aufsichtsrat des Studentenwerks. Dort wurden die verschiedenen Konzepte des Mensaausschusses vorgestellt. Der Verwaltungsrat gab dabei grünes Licht für den neuen Speiseplan und die Idee, regionale und biologische Produkte zu verwenden. „Unser erstes Ziel ist es, mehr Gäste in die Mensa zu bekommen“, erklärt Erik.

von Corinna Schlun

Foto: Corinna Schlun