Immer mal wieder kommen die einen oder anderen Studenten auf die Idee, bei ihren Prüfungen etwas nachzuhelfen und sich so möglicherweise eine bessere Note zu verschaffen. In Hamburg gibt es aktuell einen Fall, der wohl alle bisher dagewesenen Kuriositäten schlagen dürfte: Laut spiegelonline.de hat ein Jura-Student mit Hilfe eines manipulierten Digitalweckers im Justizprüfungsamt eine mündliche Examensprüfung heimlich gefilmt. Zwar kann man einem Examen als Zuschauer beiwohnen, jedoch habe der 30-jährige mit einer sogenannten Spy Clock, einem Wecker, in dem eine Minikamera installiert ist, auch den nichtöffentlichen Beratungsteil der Prüfer und die Notenvergabe aufgenommen. So war es ihm möglich, für seine eigene Prüfung Rückschlüsse zu ziehen, welche Fragen welche Gewichtung bei der Notenvergabe erhielten.

Der Student muss sich jedoch nun wegen „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“ vor Gericht verantworten. Beim Prozessauftakt belastete ein Prüfer den Mann, indem er aussagte, der Angeklagte habe bereits früher schon einmal eine Spy Clock während eines Examens im Justizprüfungsamt platziert. Der 30-jährige bestritt den Vorwurf. Er habe lediglich einem Bekannten die Uhr ausgeliehen, von dem er jedoch nichts außer den Vornamen wisse. Über die Glaubwürdigkeit dieser Aussage darf gestritten werden. Konsequenzen sind allerdings schon jetzt eingetreten: Der Mann hat seine Stelle als Referendar beim Oberlandesgericht Schleswig verloren. Der Prozess wird am 8. Mai fortgesetzt und auf das Urteil darf man gespannt sein.

von Laura-Ann Schröder

Fotos:Corinna Schlun