Rezension

Manche Konstellationen funktionieren einfach. Und so passiert es nicht ohne Grund, dass sich Drake Doremus (Regie), Felicity Jones (weibliche Hauptrolle) und Dustin O‘Halloran (Musik) bereits zum zweiten Male zusammentrafen und „Breathe In – Eine unmögliche Liebe“ auf die Beine stellten. Und auch dieses Mal durften sie ihr Werk auf dem Sundance Filmfestival in Utah (USA) der Welt präsentieren. Die Sterne stehen also gut.

Die Handlung ist so überzeugend wie auch die vorherigen Filme von Doremus: Eine junge britische Austauschschülerin (Jones) wird für ein Highschooljahr von einer Familie aufgenommen und bringt diese komplett durcheinander. Dormeus liefert keinen Blockbuster-Stoff, aber dafür moderne Familienprobleme, die dramatischer nicht sein könnten: Wie geht man als Familienvater (Guy Pearce) damit um, wenn man auf einmal nur noch Augen für die junge Austauschschülerin hat? Diese ist ganz nebenbei auch noch im gleichen Alter wie seine Tochter und obendrein noch seine Schülerin. Da hilft es auch nicht gerade, dass die beiden die größte Leidenschaft miteinander teilen: die Musik. Pearce spielt einen ehemaligen Berufsmusiker, der seiner Familie zuliebe einen Job als Lehrer angenommen hat und sich an zahlreiche Verpflichtungen gefesselt fühlt. Jones spielt die junge und begabte Pianisten, die im Grunde alles verkörpert, was er einst aufgeben musste. Die Musik ist hierbei so elementar wichtig, dass sie beinahe eine eigene Hauptrolle einnimmt, genügend Platz wird ihr dafür allemal geboten. Tragisch schöne Blicke und besonders auch die durchweg improvisierten Dialoge lassen dem Film zu einem Erlebnis werden, welches man nicht so schnell vergessen wird.

von Natalie Rath