Rezension

Aus hunderten Künstlern würde man ihn sofort wiedererkennen. Nicht nur seine Stimme ist so unverwechselbar, sondern auch seine Musik. Nach „XOXO“ (2011) und dem Live-Album „Der Druck steigt“ (2012) kommt Casper nun mit einem neuen Album namens „Hinterland“ daher. Genau wie „XOXO“ erklomm die neue Scheibe Platz 1 der deutschen Albumcharts.Das neue Album ist so typisch Casper und doch irgendwie anders. Casper spielte schon in seinen vergangenen Songs viel mit Sprache. Kaum ein Lied kommt ohne Sprachgewandtheit aus, was Casper besonders sympathisch macht und eine willkommene Abwechslung zu all den schlechten Covern und der oftmals doch eher schwachen Chartmusik darstellt. Dennoch klingt „Hinterland“ deutlich anders als „XOXO“, durchaus gewollt. In einem Interview gab Casper an, dass „es […] weder ein neues Hin zur Sonne, noch ein zweites ‚XOXO‘ [sein sollte]. Ich sehe persönlich einfach keinen Sinn darin, mich zu wiederholen.“

Inhaltlich beschäftigt er sich auch auf seinem neuen Album mit nachdenklichen Themen, die zur Melancholie neigen. Beim Hören wird man eingeladen, seine Augen zu schließen und gemeinsam mit der Musik in Gedanken zu schwelgen. Zudem sind die Melodien so eingängig, dass sie im Ohr hängen bleiben. Man summt sie oft vor sich hin, weil sie den Kopf nicht mehr verlassen wollen. Casper fällt durch seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern auf. Während er bei „XOXO“ von Thees Uhlmann und Marteria unterstützt wurde, stehen ihm im neuen Album Tom Smith, der Frontmann der britischen Band Editors, mit „Lux Lisbon“ und Kraftklub mit dem Titel “Ganz schön okay“ zur Seite.

Trotz allen Lobs ist dieses Album definitiv nur etwas für spezielle Geschmäcker. Dancefloor-Partygänger wird Casper mit seinem Album wohl eher nicht erreichen. Aber vielleicht ist es genau das, was Casper so berühmt und erfolgreich macht. Er sticht mit seiner Musik einfach aus der Masse des Einheitsbreis hervor!

von Laura-Ann Schröder

Foto: © Sony Music