Rund 150 Beschlüsse fasst das Studierendenparlament in einer Legislatur. Aber was passiert danach? moritz ist der Sache auf den Grund gegangen. Dieses Mal: die Fernbusse.

Jeder Greifswalder Student hat sich wahrscheinlich schon einmal auf der Bahnfahrt nach Hamburg über die vielen Umstiege geärgert oder war auf der Fahrt nach Berlin genervt von dem Jingle, der an jedem der unzähligen kleinen Bahnhöfe zwischen Greifswald und Berlin ertönt. „Ganz klar, die Verbindungen nach Hamburg und Berlin sind zum einen sehr teuer und im Fall von Hamburg zeitlich einfach zu lang für die Distanz“, findet Benedikt Eisele und brachte deshalb im Studierendenparlament (StuPa) die Idee ein, dass es in Greifswald – wie in den meisten deutschen Universitätsstädten – alternativ zur Bahn Fernbusverbindungen geben sollte.

Am 18. September 2013 beschloss das StuPa, dass der Allgemeine Studierendenausschuss sich in Kooperation mit dem Seniorenbeirat der Stadt Greifswald dafür einsetzen soll, dass die Hansestadt in das Verkehrsnetz von Fernbuslinien-Betreibern aufgenommen wird. Benedikt setze sich daraufhin mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) in Verbindung. Die UBB gab ihm die Auskunft, dass ab Frühjahr 2014 Fernbusse für Greifswald in Planung seien. Es war damals allerdings noch fraglich, wann genau die Busse in Greifswald eingeführt werden sollen. „Ich hoffe wirklich sehr bald. Vor allem im Sommer wäre es einfach fantastisch, die Busse nutzen zu können“, so Benedikt.

Sein Engagement hat sich nun ausgezahlt. Seit Februar 2014 bietet die UBB an jedem Freitag und Samstagmorgen eine Busverbindung von Greifswald über Rostock nach Berlin und Hamburg an. In die entgegengesetzte Richtung fährt von Berlin und ab Hamburg ein Bus zurück nach Greifswald. Eine einfache Fahrt nach Hamburg kostet 31 Euro und nach Berlin 28 Euro. Fraglich ist, inwieweit diese Verbindungen mit Fahrtzeiten von über vier Stunden und Preisen, die deutlich über dem Mecklenburg-Vorpommern-Ticket der Bahn liegen, eine wirkliche Alternative zu den Bahnverbindungen in die jeweiligen Städte bieten.

von Marei Thomas