Franziska Afert-Gau

Wer die Lange Straße in Greifswald entlang flaniert, der sieht sie ab und an draußen oder im Schaufenster stehen: Die großen bunten Gummibären vom „Bärenland“. Die Inhaberin des Ladens, Franziska Arfert-Gau, ist seit 2008 mit ihrem Fruchtgummigeschäft in Greifswald anzutreffen. Die gebürtige Schwerinerin sprach mit moritz darüber, warum sie den Laden in der Hansestadt eröffnete, den Unterschied der Käufer in Schwerin und Greifswald sowie über ihre Lieblingsgummibärchensorte.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, diesen Laden in Greifswald zu eröffnen?
Ich muss ja von irgendwas leben (lacht). Ich habe in Schwerin noch ein Geschäft. Aus privaten Gründen bin ich vor ein paar Jahren in die Nähe von Greifswald gezogen. Dann dachte ich mir, Greifswald ist als Standort auch ganz in Ordnung. Die Stadt hat zwar nicht so viele Einwohner wie die Landeshauptstadt, aber generell muss ich sagen, dass es in Greifswald lukrativer ist als in Schwerin. Das liegt vor allem daran, dass in der Hansestadt eine ganz andere Klientel bedient werden muss als in Schwerin: Während in Schwerin eher Beamte und ältere Leute unsere Kunden sind, kommen in Greifswald eher die Studenten. Aber es kommen auch mehr Urlauber, vor allem von Usedom und Rügen, in die Hansestadt.

Ist Ihr Laden in Schwerin auch ein Fruchtgummigeschäft?
Ja, das ist auch ein „Bärenland“.

Würden Sie rein an den verkauften Produkten merken, in welcher Stadt Sie sich befinden?
Ja. Hier in Greifswald gehen unsere Stärke-Fruchtgummi sehr gut. Auch unsere Bio-Fruchtgummi werden gern gekauft. Wir haben eben ein Angebot für Vegetarier und auch für Veganer. Das merkt man schon. Die Geschenke, also Fruchtgummi in Pizza- oder Tortenform zum Beispiel, wird auch gern in Greifswald gekauft.

Und in Schwerin verkaufen Sie eher…
Da wird eher zu den klassischen Sachen wie den „Obstsalat“-Fruchtgummi gegriffen.

Haben Sie mehr Stammkunden oder Touristen oder ist das eher ausgewogen?
Zu uns kommen eher Stammkunden. Touristen kommen natürlich vor allem im Sommer, wenn Saison ist. Aber der Großteil der Käufer sind unsere Stammkunden oder Studenten, die mal so reinschauen.

Was unterscheidet Sie beziehungsweise das „Bärenland“ von anderen Fruchtgummiherstellern?
Das Gros unserer Produkte ist ohne Farbstoffe – es gibt nur ein, zwei Sorten, die noch mit Farbstoffen versetzt sind. Aber alles andere wird durch Fruchtsaft beziehungsweise Frucht- und Pflanzenextrakte gefärbt. Alle unsere Produkte sind ohne Konservierungsstoffe. Was uns noch auszeichnet, ist, dass wir Nischenprodukte haben: Es gibt was für Vegetarier, Veganer, dann haben wir ganz scharfe Produkte oder mit Kaffee. Und wir haben ein paar Sorten für Diabetiker.

Was ist Ihnen lieber: Gummibärchen oder Schokolade?
Ich mag Gummibärchen lieber als Schokolade. Mit der Zeit lässt die Lust darauf natürlich nach. Ich arbeite schon seit 2004 in Gummibärenläden – und nach zehn Jahren legt sich das schon. Jetzt esse ich ab und an mal ein Gummibärchen, oder habe eher Lust auf eine ganz andere Sorte, auf etwas scharfes, auf die Kaffeegummibärchen, aber generell hat der Appetit darauf abgenommen. Ich bin den ganzen Tag von dem Geruch umgeben – vor allem die Kunden sagen mir, dass es im Laden stark nach Fruchtgummi riecht – aber ich selbst bemerke den Geruch gar nicht mehr. Ich esse die Bärchen also noch, aber es nicht mehr so viel wie früher (lacht).

Und was ist Ihre Lieblingssorte?
„Rote Grütze“ mag ich ganz gerne, die „Fruchtjogurtflaschen“ sind auch sehr lecker. Außerdem mag ich noch den „Obstsalat“ und „Erdbeer-Rhabarber“-Gummibärchen.

Haben Sie sich immer als Geschäftseigentümerin gesehen oder wie ist es dazu gekommen, dass Sie einen Laden eröffnet haben?
Ich war früher angestellt und irgendwann hatte es sich so ergeben, dass ich in dem Büro, in dem ich tätig war, aufgehört und mich selbstständig gemacht hatte. Über einen Bekannten hatten wir damals von diesem Konzept erfahren – er hatte ein Gummibärengeschäft in Hagen. Als ich das hörte, dachte ich mir: Okay, eigentlich habe ich nicht mehr wirklich Lust darauf, als Angestellte in einem Büro zu arbeiten – und das würde ich jetzt auch nicht mehr wollen, es ist schon ganz schön so (schmunzelt).

Und warum ist es dann das „Bärenland“ geworden und nicht etwa ein Bekleidungsgeschäft?
Das ist wirklich durch den Bekannten gekommen, der einen „Bärentreff“ hatte. Das gehört ja auch zu dem Franchiseunternehmen, wir haben das gleiche Konzept und die gleichen Fruchtgummis. Ich hab das mir bei ihm dann mal angeschaut und fand es ganz interessant. Damals gab es bei mir in der Stadt noch kein Gummibärengeschäft und da habe ich mir gedacht, dass ich es doch einfach mal versuchen sollte.

Frau Arfert-Gau, vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Katrin Haubold.

Foto: Katrin Haubold