Rezension

Der zehnjährige Alex Woods führt ein eher langweiliges Leben, bis er von einem Meteoriten am Kopf getroffen wird und so auf den Titelseiten der Zeitungen landet. Allerdings macht dieser Vorfall sein Dasein nur für sehr kurze Zeit spannender. Stattdessen erwacht sein Interesse für die Wissenschaft  und so zieht er sich in die Welt der Bücher zurück. Dies alleine wäre schon Grund genug, einen zehnjährigen Jungen zum Außenseiter zu machen, doch zu allem Überfluss ist seine Mutter auch noch Hellseherin und auch sonst sehr esoterisch angehaucht. Also nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine schöne Schulzeit.

Als Alex den schon etwas älteren Mr. Peterson kennenlernt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Er zeigt dem Jungen diverse Werke von berühmten Autoren und öffnet ihm die Tür zu interessanten Diskussionen über zentrale Themen des Lebens. Die ungleiche Freundschaft durchlebt aber neben Höhen vor allem Tiefschläge. Denn Mr. Peterson ist schwer krank und auf die Unterstützung von Alex angewiesen. Zunächst ist es zwar ein großer Schock für den Jugendlichen, als Mr. Peterson ihn darum bittet, ihm beim Sterben zu helfen. Da in der Schweiz die aktive Sterbehilfe legal ist, möchte er trotz Alex´ Einwänden dorthin fahren. Nach einigem Überlegen kann der Junge jedoch verstehen, dass es jedem selbst überlassen sein sollte, den Zeitpunkt seines Todes zu wählen.

Seine Loyalität gegenüber dem alten Herrn geht sogar so weit, dass er seine Mutter hintergeht und von der Britischen Polizei gesucht wird.

Man durchlebt in diesem Hörspiel sieben Jahre aus Alex‘ Leben, und merkt, wie er älter und damit auch reifer wird. Gavin Extence stellt die Entwicklung seines Protagonisten authentisch dar und besonders Alex‘ Gedankengänge lassen den Charakter vertrauter erscheinen. Die eigentliche Schlussszene des Buches, welche im ersten Kapitel behandelt wird, nimmt dem Buch keinesfalls die Spannung und die auf den ersten Blick verrückten Zusammenhänge von Meteroiten, Drogen und aktiver Sterbehilfe verleihen dem Text den nötigen Witz. Alles in allem ist „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ durchaus sehr hörenswertes.

von Lea Hagstotz

Foto: ©Random House Audio