Rund 150 Beschlüsse fasst das Studierendenparlament in einer Legislatur. Aber was passiert danach? moritz. ist der Sache auf den Grund gegangen. Diesmal: Die Ohrenstöpselautomaten in den Bibliotheken.

In der Bibliothek lernen, ohne den Nachbarn auf seine Tastatur einhacken oder die beiden Kommilitonen eine Reihe hinter sich flüstern zu hören – dafür muss man bis jetzt seine Ohrstöpsel von zu Hause mitbringen. Doch am 22. April 2014 stellte die Hochschulgruppe der Partei die PARTEI im Studierendenparlament (StuPa) den Antrag, dass für die Zentrale Universitätsbibliothek und die Bereichsbibliothek am Schießwall kostenlose Ohrenstöpselautomaten angeschafft werden sollen. Möglich machen soll das das Konzept einer Herstellerfirma, die sich um die Montage und Wartung der Automaten kümmert. Für die Büchereien würden also keine Kosten entstehen. Schon viele andere Bibliotheken in Deutschland und auch Österreich und der Schweiz nutzen diesen Service.

Um die Organisation sollte sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) kümmern, allen voran die damalige Referentin für Fachschaften und Gremien, Lea Otte. Sie hatte vor dem Antrag schon auf Eigeninitiative nach solchen Automaten recherchiert und stieß unter anderem auf Automaten, die neben Ohrstöpseln auch Schreibwaren wie Karteikarten, Stifte oder Klebezettel gegen einen Obolus bereitstellen. Das StuPa legte die weitere Organisation in ihre und nun in die Hände ihrer Nachfolgerin, Claudia Hoßbach.

Erste Ergebnisse gibt es bereits: „Ein sogenannter Schreibwarenautomat wurde abgelehnt, die Entscheidung zum Ohrstöpselautomaten ist noch nicht gefallen“, erklärt die Referentin. Der Leiter der Universitätsbibliothek, Dr. Peter Wolff, macht gegenüber dem moritz. deutlich: „Die Freiflächen in der Bibliothek sind vorgesehen für Ausstellungen, Hinweistafeln und den Desinfektionsspender. Ich denke, dabei sollten wir es belassen.“ In Absprache mit den Kollegen der Abteilung „Benutzung“ spricht er sich gegen weitere Automaten aus, da so die Fluchtwege stärker zugestellt werden. „Wir können und wollen uns nicht noch mehr ins Haus holen“, hebt er hervor und fragt sich: „Wer entscheidet denn, was wichtig ist für die Studenten? Die einen vergessen ihre Kugelschreiber und Zettel, die möchten einen Automaten mit Bürobedarf.“ Wenn man dem einen Anbieter Platz einräume, fühle er sich verpflichtet, es auch für andere zu tun. Und dafür reicht der Platz nicht aus.

Die AStA-Referentin steht in Kontakt mit der Leitung der Universitätsbibliothek und drängt auf eine Antwort – bisher erfolglos: „Ich warte immer noch vergebens auf eine Antwort von der Universitätsbibliothek“, resümiert Claudia. Nun hat die Vorsitzende des AStA, Therése Altenburg, das Anliegen an das Rektorat weitergeleitet, da die Bibliotheken diesem direkt unterstehen.

von Katrin Haubold