Rund 150 Beschlüsse fasst das Studierendenparlament in einer Legislatur. Aber was passiert danach? moritz. ist der Sache auf den Grund gegangen. Diesmal: Leih-Großeltern für Kinder von Studierenden.

Kind und Universität? Dass diese beiden erfüllenden Lebensinhalte nicht immer miteinander vereinbar sind, ist nicht nur den betroffenen Studierenden klar. Man hat noch Sachen zu klären, das Kind möchte aber auch betreut werden und dann ist guter Rat teuer. Um den Studierenden, die ein Kind haben, diese Probleme abzunehmen, wurde der Antrag zum Projekt Leih-Großeltern im Studierendenparlament (StuPa) vorgestellt.

Ziel des Antrags ist es, ein Netzwerk einzurichten, in dem Studierende ihren Nachwuchs bei Senioren temporär unterbringen  können. In der Zwischenzeit können die Eltern lernen, arbeiten oder Angelegenheiten bei Ämtern erledigen. Zudem kann gleichzeitig der Wunsch der Senioren nach sozialem Engagement befriedigt werden. Vorteile gibt es also für beide Seiten.

So kam es auch dazu, dass der Antrag in der StuPa-Sitzung am 15. April 2014 mehrheitlich angenommen wurde. Das StuPa beschloss, dass der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) sich um die Einführung des Projektes kümmern solle. Hierbei würde insbesondere der Referent für Gleichstellung und Studierende mit Kind angesprochen. Yannick van de Sand, der momentan diese Position bekleidet, bekennt, dass das Projekt bis dato noch nicht angegangen wurde.
Er merkt jedoch an, dass intensive Gespräche mit unterschiedlichen Stellen wie dem Familienservice der Universität und dem Studentenwerk bereits stattgefunden haben. Neben den Vorteilen, die das Programm bietet, gibt es zwei grundlegende Probleme: Zum einen fehlen Kommunikationskanäle, die den Kontakt zu freiwilligen Senioren erleichtern würden. Deshalb ist es nicht möglich ausreichend Leih-Großeltern zu organisieren. Zum anderen würde die Einführung des Projektes zu einer direkten Konkurrenz zum Babysitterpool des Familienservices der Universität werden.

Yannick ist dennoch vom Projekt überzeugt und findet es sehr unterstützenswert, gerade weil dadurch soziale Interaktionen zwischen den Generationen in Greifswald und Umgebung auf- und ausgebaut werden könnten. Jedoch rechnet er nicht mit der Einführung der Leih-Großeltern in diesem Semester.

von Tobias Bessert

Foto: Lisa Klauke-Kerstan