„Marcus ist gefährlich“, sagt Mitbegründer der Initiative Milos Rodatos auf der Auftaktveranstaltung von „Uni ohne Nazis“. Die  Leitidee hinter dem Slogan scheint eindeutig. Die am 22. Oktober 2014 in Greifswald gegründete Initiative möchte über die rechte Szene in Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern aufklären. „Wir richten uns gegen die, die zu tief in der Szene drin stecken“, betont das Gründungsmitglied Timo Neder.

Der Zusammenschluss der Studierenden ist mit dem Umgang der Universität mit Neonazis nicht zufrieden. Zudem sei eine Beziehung zwischen der rechtsradikalen Szene in Mecklenburg-Vorpommern und einer Greifswalder Burschenschaft erkennbar. „Uni ohne Nazis“ hat sich zum Ziel gesetzt, die rechten Strukturen aufzudecken, sich selbst politisch zu positionieren und alternative Freiräume zu schaffen. Dafür sollen alternative Vorträge organisiert und Infoveranstaltungen zum Thema Neonazis abgehalten werden. Denn sie wollen „nicht denunzieren, aber aufklären“, unterstreicht ein Mitglied.

Die Initiative betont, dass es nicht darum ginge, rechtspolitische Personen aus der Universität heraus zu ekeln. Vielen ist jedoch der Unterschied und somit das Ziel der Initiative nicht ganz klar. Ein Indiz dafür, warum sie bisher aus nur elf  Studierenden besteht? Dagegen sagt ein Mitglied: „Die Gefahr, Probleme zu bekommen, darf uns nicht abhalten, weil sich sonst nichts ändert.“ Ihren Bezug zur Universität würde die Initiative gerne durch ein Logo in den fünf Fakultätsfarben zeigen. Inwieweit das rechtlich erlaubt ist, bleibt noch abzuwarten.

von Wiebke Evers

Foto: Lisa Klauke-Kerstan