„Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen“, diese Worte stammen von dem Berliner Schriftsteller und Satiriker Kurt Tucholsky. Der Mitarbeiter und Herausgeber der kritischen Zeitschrift „Weltbühne“ wäre am 09. Januar diesen Jahres 125 geworden.

Doch Tucholsky starb vor 80 Jahren im schwedischen Exil, wohin er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gegangen war. Seit 1924 hatte er bereits die meiste Zeit im Ausland verbracht, sein Motto war immerhin „Satire darf alles“, was von den Regierungen in Deutschland nicht unbedingt positiv aufgenommen wurde. Auch hatte Tucholsky schon früh vor den Gefahren einer nationalistischen Regierung gewarnt. Nach dem Zustandekommen einer solchen wurde es für den linksgerichteten Journalisten immer gefährlicher, selbst in Schweden. Sein Ende bereitete er sich allerdings selbst mit einer Überdosis Schlaftabletten. Ob bewusst oder versehentlich ist nicht geklärt.

Viele seiner Zitate haben auch heute nach wie vor Aktualität. Denn ganz gleich, ob die Benutzung einer neuen Smartphonefunktion, Demoteilnahme, seltsam erscheinende Weltverbesserungsversuche oder extreme Hobbies – das sind Erfahrungen, die schwer zu beschreiben sind. Wie fühlt es sich an, Parolen brüllend in der Menge zu stehen? Wie der Adrenalinkick, wenn einem eine Horde bewaffneter Orks entgegenrennt? Die Gefühle in solchen Situationen sind rein aus Beschreibungen nicht wirklich nachvollziehbar. Nichts desto trotz hat moritz. diesmal den Versuch gewagt, sich mit eben jenen Situationen zu beschäftigen.

von Juliane Stöver

Foto: Juliane Stöver