Das gesamte Jahr über ist Greifswald ein kleines, verschlafenes und leises Nest. Aber zu Silvester, da knallt’s richtig! Dann gibt es Menschen, die den 31. Dezember zelebrieren, als wäre er der einzige Feiertag im Jahr. Ein großes Brimborium mit Korkenknallen, Glitzerglitzer und Piffpaff. Solche Menschen verkleiden sich, natürlich im edlen Casino Royale Style, weil, edel geht immer. Da kann man schon mal ein Knallbonbon zünden. Andere dagegen würden sich lieber einen Tag im Keller verschanzen, als ekstatischen Böllerfreunden zuzusehen, wie sie Feuerwerkskörper in die Menschenmenge jagen. Solche Knallerbsen gibt es jedes Jahr. Dann hat man erstmal genug von Massenveranstaltungen, Alkohol und Gruppenknutschen. Vor allem diejenigen, die Silvester arbeiten müssen. Allein unter Kollegen, Betrunkenen oder Kranken. Die finden die ganzen Knallköpfe gar nicht lustig.

Bei aller Liebe – oder allem Verdruss: vergesst doch bitte nicht die knallenden Kulturknüller um das Neujahr herum. Zum Beispiel die schönen Musikabende, Poetry Slams, Theatervorstellungen und Lesungen. Sowohl in Greifswald als auch weiter südlich. Denn alles was weiter weg ist, holt man sich bequem ins Haus. Kultur in knallgelben Postpäckchen, oder eben live. Wie etwa die Studierenden, die jedes Semester einen gut gefüllten Konzertabend von und für alle organisieren. Oder echte Berühmtheiten. Aus dem Fernsehen! Die sind der Knaller. Die erwärmen das Herz auch ohne Sprengstoff. Wir zeigen’s euch.

von Tine Burkert

Foto: Tine Burkert