Der in Berlin gegründete Verein „Bier für die Welt e.V.“ sammelt pro getrunkenem Bier eine Spende von 25 Cent. Der Greifswalder Student Frederick Wilke möchte den Verein nun auch in Greifswald etablieren.

Biertrinken für den guten Zweck? Klingt gut. Das dachte sich vor fünf Jahren in Berlin auch eine Gruppe von Schülern, die den Verein „Bier für die Welt e.V.“ in Berlin gründeten, um ihre Leidenschaft, das Biertrinken, mit einer guten Tat zu verbinden. Die Mitglieder des Vereins haben beschlossen, dass sie für jede getrunkene Maß Bier (einen Liter) 50 Cent spenden. Das auf diese Weise gesammelte Geld spenden die Mitglieder jeweils am Ende eines Jahres an eine wohltätige Organisation, die von den Mitgliedern gemeinsam ausgewählt wird.

Frederick Wilke ist ein Mitglied des Vereins und möchte  eine Gruppe nun auch in Greifswald etablieren. Er studiert im dritten Semester Politikwissenschaft und Philosophie in Greifswald und ist vorher in Berlin zur Schule gegangen. Ende 2014 stellte Frederick seinen Vorschlag, in Greifswald eine Tochterzelle von „Bier für die Welt“ zu gründen, im Studierendenparlament (StuPa) vor und ist damit bei den Stupisten auf große Zustimmung gestoßen.  Frederick ist zweiter Vorsitzender von „Bier für die Welt e.V. Deutschland“ und findet: „Wer kein Bier mag, … naja der lässt sich einfach etwas entgehen.“

Ein feuchtfröhlicher Abend

Wir von moritz. haben uns mit Frederick und einigen potentiellen zukünftigen Vereinsmitgliedern zu einem „Bier für die Welt“-Abend getroffen, um selbst zu sehen, wie so ein Vereins-Treffen in Greifswald aussehen könnte. Normalerweise finden die monatlichen Treffen bei einem der Vereins-Mitglieder Zuhause statt. Da es in Greifswald offiziell noch keinen Verein und somit auch keine Mitglieder gibt, schlägt Frederick die Falle, seine Stammkneipe, als Treffpunkt vor. In einem Pullover mit dem Aufdruck „Keep Calm and Drink Beer“ begrüßt Frederick uns. Darunter trägt er das grüne Vereins-Shirt mit einem gelben „Bier für die Welt e.V.“-Logo. Das Logo zeigt eine mit Wellen umrandete Weltkugel und laut Frederick steckt in dessen Gestaltung  viel Arbeit und Liebe. Insgesamt sind wir an unserem „Bier für die Welt“-Abend zu sechst. Neben Frederick können sich drei der Anwesenden gut vorstellen, Vereinsmitglieder zu werden.

Frederick erzählt uns, dass es in Aachen bereits eine Tochterzelle des Berliner Vereins gibt, die momentan etwa 15 Mitglieder hat. Bisher besteht „Bier für die Welt“ nur aus Männern. Das könnte sich aber bereits hier in Greifswald ändern, da auch Fredericks Freundin Kathi mit dem Gedanken spielt, Mitglied zu werden. Bei den monatlichen „Bier für die Welt“-Treffen wird auch jeweils ein ausländisches Bier probiert, „das zum Beispiel jemand aus dem Urlaub mitgebracht hat, weil es schön aussah, aber dann meistens nicht so gut schmeckt. Zum Beispiel hatten wir mal ein indisches Bier, das beim Öffnen nach Urin gerochen hat und auch nicht wirklich lecker war.“ Als Frederick den Verein im StuPa vorstellte, wurde er gefragt, ob an dem Abend dann auch über das Land, aus dem das jeweilige Bier kommt, gesprochen wird. Das sei bisher nicht der Fall, allerdings gefällt Frederick die Idee und er findet, dass dann immer eine Person einen Vortrag über das entsprechende Land halten sollte, damit auch ein gewisser „Bildungsauftrag“ erfüllt werde. Er überlegt, diesen Vorschlag auch in Berlin im Verein einzubringen.

Einen genauen Plan, wann und wie die Greifswalder Tochterzelle ins Leben gerufen werden soll, hat Frederick noch nicht. Er hofft, dass er viele Mitglieder aus einem Stammtisch gewinnen kann, der jeden Donnerstag von den Philosophen in der Falle abgehalten wird. Interessenten, die Fragen zu dem Verein haben oder Lust haben, Mitglied zu werden, können sich laut Frederick auch dort gerne einmal blicken lassen. Frederick könnte es sich auch vorstellen, dass der Greifswalder Verein „irgendwann einmal durchsetzt, dass für jedes Bier das beispielsweise in der Falle oder im Mensaclub getrunken wird, ein Betrag von 25 Cent an den „Bier für die Welt e.V.“ gezahlt wird und am Ende des Jahres für eine gemeinnützige Organisation gespendet wird.“

Erst einmal glaubt Frederick allerdings nicht, dass die  Ortsgruppe von „Bier für die Welt“ in Greifswald noch im Wintersemester 2014/2015 ins Leben gerufen wird, da er noch keinen konkreten Plan hat.
An unserem „Bier für die Welt“-Abend unterhalten wir uns über Musik, lernen ein neues Trinkspiel, erfahren, dass die meisten Winter-Editionen der bekannten Biersorten nicht zu empfehlen sind und … trinken Bier! Nebenbei bekommen wir erzählt, dass es in Greifswald von 1865 bis 1993 eine Brauerei gab, die „Greifswalder Bier“ braute. Gemeinsam haben wir in drei Stunden etwa zehn Liter Bier und damit eine Spendensumme in Höhe von fünf Euro „ertrunken“. Die Spenden, die beim Biertrinken in Berlin, Aachen und zukünftig vielleicht auch Greifswald zusammen kommen, werden in Berlin zentral gesammelt und am Ende eines Jahres, beziehungsweise „Anfang des folgenden Jahres oder auch mal etwas später“ gespendet.

In den vergangenen Jahren hat „Bier für die Welt e.V.“ aus Berlin und Aachen bereits an den „Berliner Kältebus,“ die Opferhilfe „WEISSER RING e.V“. und an das „Blaue Kreuz“, einen Suchthilfeverband, der unter anderem alkoholabhängige Menschen unterstützt, gespendet. Frederick sagt mehr oder weniger scherzhaft: „‚Bier für die Welt‘ beruht auf dem Prinzip der Nächstenliebe.“ Die jährliche Spendensumme schätzt er auf etwa 300 Euro.

von Marei Thomas

Foto: von flickr al_ri