Im Januar geht alles wieder von vorne los. Die mehr oder weniger begeisternde Silvesterparty wurde mit typischen Neujahrsbräuchen gefeiert. Und die guten Vorsätze warten nur darauf, gebrochen zu werden. moritz. hat für euch Stimmungen und Fakten eingefangen.

Pro: Frohes Neues – endlich!

Fondue, Feuerwerk und feuchtfröhliche Freunde auf der Silvesterfeier, die ganze Nacht bis in die Morgenstunden – 365 Tage nach Neujahr ist es endlich wieder soweit – ich wünsche meinen Lieben ein „Frohes Neues“ und falle ihnen dabei in die Arme.

Doch diese einzigartige Nacht muss genauestens geplant werden, damit sie wie ein Feuerwerk am Ende einer Show auch der Höhepunkt des Jahres wird. Besonders das Wie, Wo und mit Wem muss frühzeitig bedacht werden, damit nicht kurz vor dem großen Tag die noch größere Panik ausbricht: Ob zu Hause mit dem engsten Freundeskreis, auf einer gemütlichen Berghütte mit dem Partner oder auf einer Riesenparty mit einer Unmenge an Menschen. Silvester, einfach so wie es am besten gefällt. Alles soll perfekt sein.

Meistens wird es nach reichlicher Überlegung eine kleine, gemütliche Silvesterfeier mit den engsten Freunden. Mit den Lieben das Jahr ausklingen lassen, ist immer wieder etwas Besonderes. Einige Abendprogrammpunkte sind an Silvester schon vorherbestimmt, denn erst die Bräuche machen Silvester zu der einzigartigen Nacht, die sie ist. Genauso wie das Feuerwerk gehören auch Fondueessen und Bleigießen dazu. Der Sekt zum Anstoßen auf das neue Jahr mit dem Gruß „Frohes Neues“ darf natürlich auch nicht fehlen. Feuchtfröhlich wird die Nacht zum Tag gemacht und in das neue Jahr „gerutscht“. Glücklich und beschwingt begrüßen wir 2015 und freuen uns auf das gesamte nächste Jahr.

Das Alte geht, das Neue kommt. Revue passieren lassen, was das vergangene Jahr so alles Gutes und Schlechtes gebracht hat. Was möchte man selbst besser machen oder beibehalten? Auch das gehört zu einer richtigen Silvesternacht dazu. Tausende Gedanken kommen da zusammen. Damit ich diese nicht vergesse, schreibe ich sie mir jedes Jahr auf. Meine ganz persönlichen Vorsätze für das neue Jahr werden in einem Umschlag verschlossen und am Ende des folgenden Jahres geöffnet. Dann kann ich sehen, was ich tatsächlich umgesetzt habe, was ich also wirklich besser gemacht habe. Gute Vorsätze sind nicht immer nur  leere Worte. Von wegen die Vorsätze gelten nur von Silvester bis Neujahr. Zumindest nicht für mich. Sie haben eine Bedeutung. Man erkennt das Potenzial des neuen Jahres an, um etwas zu verändern. Wir starten ins Neue wie eine Rakete.

von Wiebke Evers

Contra: Silvester wie im Film, nur anders

Letztes Jahr, 2014, begann die Silvesterplanung in meinem Freundeskreis schon im August. Der erste Plan war: Ein Haus am  Meer mieten. Hat natürlich nicht geklappt.

Und genau das ist auch das Problem mit Silvester. Diese verzweifelte Suche nach dem unauffindbaren, perfekten Plan. Das ist ähnlich wie der Geburtstag. Jedes Jahr hofft man aufs Neue, dass man sich noch einmal wie die Prinzessin fühlt, so wie es als Kind immer war, aber dann muss man feststellen, dass Geburtstage eigentlich nichts Besonderes mehr sind und die Benjamin Blümchen Torte früher auch viel besser geschmeckt hat. So oder zumindest fast so ist es mit Silvester. Als Kind durfte man endlich an einem Tag ganz lange aufbleiben. Inzwischen wären wir alle froh, wenn wir mal früh schlafen gehen dürften.

In Filmen sieht Silvester immer toll aus. Ja ok, fast alles sieht in Filmen toll aus. Das haben sich diese ausgefuchsten Regisseure schon super überlegt. Es geht damit los, dass alle feiern. Gut, das ist in der Realität auch so. Auch der emotionale Höhepunkt um null Uhr findet statt.  Aber dann lockt der Film uns in eine Falle. Mit einem Schnitt. Die Protagonisten wachen auf, es ist der nächste Morgen. Aber in echt geht Silvester ja noch weiter.

Nachdem man nun auf das neue Jahr angestoßen hat, rennt die gesamte Meute nämlich auf die Straße und erfreut sich nicht nur am Feuerwerk, sie knallt auch selber fleißig mit. Das ist in den ersten zehn Minuten noch ganz hübsch, aber dann wird es kalt und das ständige Ausweichen vor den Böllern anstrengend. Man begibt sich also wieder ins Warme, setzt sich aufs Sofa und wartet. Die Stimmung, die durch die vielen lieben Glückwünsche von vor zwanzig Minuten so wahnsinnig hoch gejubelt wurde, wird nun von einer Rakete getroffen, verliert den Halt und klatscht mit einem tiefen Seufzer auf dem Boden auf. Und das ist im Grunde alles, was man von diesem Abend in Erinnerung behält. Wie häufig schafft es die Laune sonst in bemerkenswerten 0,2 Sekunden von hundert auf null zu sinken?

 

 

 

von Katharina Hößler

Foto: Wiebke Evers