Rund 150 Beschlüsse fasst das Studierendenparlament in einer Legislatur. Aber was passiert danach? moritz. ist der Sache auf den Grund gegangen. Diesmal: Auf Spurensuche nach dem verlorenen Beschluss.

Ein Stadtmarketingverein klingt im ersten Moment etwas befremdlich. Man denkt erst einmal an T-Shirts, Schlüsselbänder und  Merchandise-Produkte aller Art.
So einfach ist das jedoch nicht. Der im Oktober 2012 gegründete Stadtmarketingverein Greifswald hat sich, laut eigenem Webauftritt, selbst das Ziel gesetzt, die Region Greifswald in den Punkten Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Einkauf möglichst gut zu positionieren. Einige Studierende dürften bereits in Berührung mit dem Stadtmarketingverein gekommen sein. Er designed und organisiert nämlich auch das Projekt „Heimathafen Greifswald“ und das zugehörige Gutscheinheft, das neue Studierende in Greifswald bekommen, sollten sie ihren Hauptwohnsitz in die Hansestadt verlegen. Darüber hinaus dürfen Mitglieder bei Mitgliederversammlungen entscheiden, wie es mit dem Verein weitergeht.

Diese Mitgliedschaftsvorteile wünschten sich im September 2013 auch einige Stupisten. Damals sollten jedoch nur die Mitgliedschaft, mögliche Vor- und Nachteile und anfallende Kosten vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) geprüft werden. Da sich die Mitglieder des Studierendenparlaments (StuPa) nie schwer tun, dem AStA Aufträge zu erteilen, wurde der Antrag mit einfacher Mehrheit angenommen.
Danach passierte bis zum 22. April des vergangenen Jahres erst einmal nichts. Dann sollten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein Antrag wurde eingereicht, welcher den Beitritt in den Verein forderte. 150 Euro an jährlichen Mitgliedschaftsgeldern sollten gezahlt und ein festes, vom StuPa gewähltes Mitglied sollte als Vertretung zum Verein geschickt werden.
Was leider nicht vorlag, war die beantragte Prüfung durch den AStA. Diese wurde zwar auf zwei Seiten angefertigt, ist aber bis heute nicht auffindbar. Es wird wohl nie jemand erfahren, was der AStA zu dem Beitritt zu sagen hatte.

So wurde der Antrag auf der Sitzung im April weder intensiv diskutiert, noch hinterfragt. Trotz vorangegangener, positiver Äußerungen von AStA und studentischen Senatoren konnte die benötigte Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werden.

Bis der Stadtmarketingverein zum nächsten Mal ins Rampenlicht des StuPa rückt und der AStA eine mögliche Mitgliedschaft prüfen darf, dürfte also noch Zeit vergehen.

von Philipp Schulz

* Der Beschluss stammt aus einer Legislaturperiode, in der Philipp noch nicht Mitglied des Studierendenparlaments war.

Foto: Lisa Klauke-Kerstan