Pavlova – Australien/Neuseeland –

Irgendwie lächeln mich aus den sozialen Netzwerken zurzeit ganz viele Menschen aus Down Under an. Australiens Sonne scheint zu locken. Warum also nicht mal einen australischen Kuchen probieren – um nicht zu sagen, DEN australischen Kuchen?

Auch ich war vor fast zehn Jahren in Australien. Da es aber schon eine Weile her ist, weiß ich nicht mehr viel. Mir fallen jedoch die Twelve Apostels ein, eine Steinformation im Süden des Landes, von der heute nicht mehr viele Apostel stehen. Und ich erinnere mich, wie ich aus dem Auto raus in die Bäume gestarrt habe, in der Hoffnung Koalas zu sehen. Manchmal war sogar ein Koala-Baby dabei.
Deswegen backe ich dieses Mal einen australischen Kuchen – über dessen Herkunft lebhaft zwischen Australiern und Neuseeländern gestritten wird. Denn beide Länder sehen die Pavlova als ihr Nationalgebäck an. Die Aussis meinen, der erste Kuchen dieser Art 1935 gebacken wurde, als die russische Primaballerina Anna Pavlova zu Besuch in Perth war. Die Neuseeländer kannten zu dem Zeitpunkt unter dem Namen nicht eine große, sondern mehrere kleine Törtchen der gleichen Machart. Des Rätsels Lösung? Das Rezept der 1935 gebackenen Torte stammte aus einer australischen Frauenzeitschrift und wurde von einer Neuseeländerin eingesandt. Eine Kooperation sozusagen.

Man braucht:

4 Eiweiß
280 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Essig
1 TL Speisestärke
400 g Schlagsahne
Früchte

Pavlova (5)Als erstes solltet ihr den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Da der Kuchenboden aus einer Baisermasse besteht, müsst ihr das Eiweiß steif schlagen. Sobald die Einweißmasse dicker wird, könnt ihr langsam den Zucker einrieseln. Schlagt solange weiter, bis das Eiweiß-Zucker-Gemisch steif ist. Dann fügt ihr den Essig und die Speisestärke hinzu und schlagt das Ganze noch einmal kurz auf, damit sich alles gut vermischt. Die Masse sollte fest sein und glänzen.

 

 

Pavlova (13)

Auf ein Backblech legt ihr ein gefettetes Backpapierstück. Darauf verteilt ihr die Masse kreisförmig – da sie so fest ist, verläuft sie nicht. Streicht sie am Rand und oben glatt. Schiebt das Blech nun in den Ofen und stellt diesen auf hundert Grad herunter. Dann backt den Boden eine Stunde. Wenn er fertig ist, lasst ihn im Ofen abkühlen. Am besten nicht die Ofentür öffnen, damit das Baiser nicht zusammenfällt. Am Ende sollte es so sein, wie auf dem Foto. Außen knusprig, aber trotzdem hell, innen weich – ich habe für das Foto den Kuchen mal ein wenig doller zerbrochen, was ihr aber nicht machen müsst. Sollte es dennoch passieren, kaschiert die Sahne nachher alles. Schlagt die Sahne steif. Wenn der Kuchen kalt ist, verteilt die Sahne auf ihm und gebt die jeweiligen Früchte dazu. Ich habe mich für Himbeeren entschieden, aber da sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt.

von Katrin Haubold

Fotos: Katrin Haubold