Kennengelernt haben wir uns vor nunmehr etwa sieben Jahren über meine Eltern. Was als bloßes Zweckbündnis begann, das mir den Weg zu Schule und Sport erleichtern sollte, wurde schnell zu einer festen und dauerhaften Kameradschaft. Bald brachtest du mich überall hin.

Noch heute bist du mir immer treu, meckerst nicht, wenn ich mal unpünktlich bin und du stundenlang im Regen auf mich warten musst und Eifersucht ist für dich eh ein Fremdwort. Ja, du hast es meistens nicht leicht mit mir. Immerhin suche ich zu den verrücktesten Zeiten deine Aufmerksamkeit. Dann wiederum melde ich mich wochenlang nicht bei dir. Hin und wieder gehe ich dir auch mit einem hübschen älteren Siebengänger fremd. Trotz alledem bist du niemals wütend auf mich.
So manche Krise haben wir bereits zusammen durchgestanden. Nicht nur einmal hätte ich am liebsten mit dir Schluss gemacht. Denn nicht selten musstest du mich auch aufgrund irgendwelcher Probleme im Stich lassen. Doch war es nie deine Schuld.

Du kannst ja auch nichts dafür, wenn die Wege von Scherbenhaufen nur so übersät sind. Trotz all dieser Widrigkeiten haben wir immer wieder zueinander gefunden. Denn ohne dich wäre ich aufgeschmissen. Besonders, da die Universität auf mehrere Standorte aufgeteilt ist, deren räumliche Entfernung innerhalb kürzester Zeit überwunden werden muss. Auch wenn du inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen bist, stehst du mir doch noch immer helfend zur Seite. Dafür danke ich dir von ganzem Herzen. In Liebe

von Juliane Stöver

Foto: Isabel Kockro